Der Devisenmarkt der Ukraine wird im Zeitraum vom 14. bis 20. September 2026 laut Expertenbewertung relative Stabilität bewahren. Taras Lesowoi, Direktor der Abteilung für Finanzmärkte und Investitionstätigkeit der „Globus Bank“, prognostizierte in einem Kommentar für RBC-Ukraine, dass der Dollar auf dem Barmarkt bis zu 45 Hrywnja kosten könnte, während der Euro aufgrund seiner Abhängigkeit von den Weltmarktkursen einen breiteren Schwankungsbereich aufweisen wird. Die äußere Ruhe des Marktes sei, so seine Worte, das Ergebnis der Politik der Nationalbank im Modus der gesteuerten Flexibilität, die es dem angesammelten Devisennachfrage nicht erlaubt, sich in eine unkontrollierte Kursbewegung zu verwandeln.

Dollar: enger Korridor am Interbankmarkt und auf dem Barmarkt

Laut Prognose von Taras Lesowoi wird der Dollar-Kurs am Interbankmarkt in der kommenden Woche zwischen 44,4 und 44,8 Hrywnja pro Dollar schwanken. Auf dem Barmarkt wird der zulässige Korridor 44,5–45 Hrywnja betragen. Die täglichen Kursschwankungen am Interbankmarkt können 0,05–0,15 Hrywnja erreichen, in den Geschäftsbanken 0,1–0,2 Hrywnja und in den Wechselstuben bis zu 0,3 Hrywnja. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Spread) am Interbankmarkt wird bis zu 0,15 Hrywnja pro Dollar betragen, in den Geschäftsbanken bis zu 0,5–0,6 Hrywnja und in den Wechselstuben bis zu 0,6–1 Hrywnja. Die durchschnittliche Differenz zwischen den Interbank- und Barmarktkursen wird auf 0,1–0,15 Hrywnja geschätzt.

Euro: breiterer Bewegungsspielraum

Im Gegensatz zum Dollar wird der Euro einen deutlich breiteren Bewegungsspielraum haben. Sowohl am Interbankmarkt als auch auf dem Barmarkt wird der Euro-Kurs im Bereich von 51–52,5 Hrywnja prognostiziert. Der Spread am Interbankmarkt für den Euro wird bis zu 0,2 Hrywnja betragen, in den Geschäftsbanken bis zu 0,8–1 Hrywnja und in den Wechselstuben bis zu 1–1,3 Hrywnja. Die durchschnittliche Differenz zwischen den Kaufkursen auf dem Barmarkt wird 0,3–0,5 Hrywnja pro Euro in den Banken und 0,5–0,7 Hrywnja in den Wechselstuben betragen. Der breitere Bereich erklärt sich durch die Abhängigkeit des Euro-Kurses von der Dynamik an den weltweiten Devisenplätzen, wo die Volatilität traditionell höher ist als beim Dollar.

Interventionen der NBU und struktureller Devisenmangel

In der kommenden Woche wird der Bedarf an Interventionen der Nationalbank erheblich bleiben. Nach vorläufiger Schätzung könnte der Regulierer rund 0,8–1 Milliarde Dollar für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage aufwenden. Am Interbankmarkt wird ein aktives Interesse der Importeure bestehen bleiben, vor allem von Unternehmen, die Brennstoffe und Energieausrüstung einkaufen. Mit dem Näherücken der Herbst-Winter-Saison wird der Bedarf an kritischen Importgütern voraussichtlich nicht abnehmen. Gleichzeitig bleiben die Möglichkeiten des ukrainischen Exports unter Kriegsbedingungen eingeschränkt, und die natürlichen Devisenzuflüsse reichen nicht aus, um die Nachfrage vollständig zu decken. Einen Teil dieser Lücke muss die Nationalbank aus eigenen Reserven schließen.

„Kriegsinflation“: Preise können auch bei stabilem Kurs steigen

Der Experte wies auf einen wichtigen Aspekt hin: Trotz der relativen Stabilität des Devisenkurses können die Preise für Waren und Dienste in der Ukraine unter dem Einfluss anderer Faktoren steigen. Es geht um die Folgen von Raketen- und Drohnenangriffen, Verluste von Betrieben, den Umbau der Logistik, Ausgaben für die Energieautonomie, die Absicherung von Risiken, Reserve-Routen und Ausrüstung. All dies bildet die sogenannte „Kriegsinflation“, bei der Unternehmen nicht nur bereits erlittenen Schaden, sondern auch mögliche zukünftige Ausgaben in die Preise einpreisen. Laut Prognose von Lesowoi kann der Preisanstieg auf bestimmten Warenmärkten und im Dienstleistungssektor im September etwa 5 % betragen, und im Falle eines Angebotsmangels aufgrund von Force-majeure-Umständen bis zu 10 %.

Risiken und Grenzen der Prognose

Taras Lesowoi betonte, dass unter Kriegsbedingungen jede Devisenprognose viele Vorbehalte mit sich bringt. Die Lage kann sich aufgrund neuer Angriffe, Verlusten von Energie- oder Logistikkapazitäten und anderen unvorhergesehenen Umständen ändern. Allerdings wird der Devisenmarkt im Zeitraum vom 14. bis 20. September laut Expertenbewertung unter den gegenwärtigen Bedingungen voraussichtlich nicht über die bereits bestehenden Tendenzen hinausgehen. Die durchschnittlichen wöchentlichen Abweichungen werden im Bereich von 1–1,5 % vom Startkurs der Woche erwartet. Der Analyst betont, dass die angegebenen Daten ausschließlich Informationszwecken dienen und keine finanzielle oder Investitionsempfehlung darstellen. Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich der Möglichkeit eines Totalverlusts des Kapitals, und vor der Entscheidung über finanzielle Schritte wird empfohlen, sich an einen lizenzierten Berater zu wenden.