Die Europäische Kommission hat TikTok Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA) vorgeworfen. Die Aufsichtsbehörden behaupten, dass das aktuelle Design der Plattform Minderjährigen nicht ausreichenden Schutz vor Cybermobbing und Kontakten mit Betrüger bietet.
Das Problem öffentlicher Profile
Nach Ansicht der europäischen Beamten entsprechen die Sicherheitsstandards für TikTok-Konten nicht den gesetzlichen Anforderungen. Ein Hauptproblem besteht darin, dass die Plattform Kindern und Jugendlichen ermöglicht, öffentliche Profile zu erstellen, wodurch ihre Inhalte einem breiten Kreis externer Nutzer zugänglich werden.
Selbst bei der Auswahl des privaten Modus bleiben die Seiten Minderjähriger verwundbar. Täter können diese über die Abonnementslisten anderer Nutzer finden, wobei dafür nicht einmal ein eigenes Konto in dem sozialen Netzwerk erforderlich ist.
Anforderungen der Aufsichtsbehörden
Die Europäische Kommission fordert das Unternehmen auf, die Standardeinstellungen zu ändern. Gemäß den neuen Anforderungen sollten Inhalte von Jugendlichen ausschließlich für jene Nutzer sichtbar sein, die das Kind persönlich als Abonnenten bestätigt hat. Der Schutz der Rechte von Kindern im digitalen Raum sollte nach Ansicht der Regulierer eine Standardfunktion sein und keine Option, die man selbst wählen muss.
Dies ist bereits die vierte offizielle Anklage gegen TikTok in den letzten zwei Jahren. Nun hat das Unternehmen das Recht, die Prüfungsunterlagen zu studieren und eine offizielle Antwort zu geben. Sollten die Argumente der Regulierer bestätigt werden, steht TikTok eine schwere finanzielle Strafe bevor.
Geldstrafen und Position des Unternehmens
Die Geldstrafe für Verstöße gegen die DSA-Regeln kann bis zu 6 % des globalen Jahresumsatzes des Unternehmens ByteDance betragen. Vertreter des sozialen Netzwerks erklärten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden und versprachen, die Schlussfolgerungen der Kommission detailliert zu prüfen. Das Unternehmen betont, dass die Sicherheit von Jugendlichen für sie eine Priorität bleibt.
Laut den Entwicklern gelten für Konten von Nutzern unter 18 Jahren bereits mehr als 50 vorinstallierte Sicherheitsfunktionen. Darüber hinaus ist Jugendlichen die Nutzung privater Nachrichten untersagt, und sie erscheinen nicht im allgemeinen Empfehlungsfed „Für dich“.