Unsere Vorfahren glaubten: Ein Name ist mehr als nur ein Wort. Es ist eine Energie, die ein Mensch sein ganzes Leben lang trägt. In der ukrainischen Kultur gibt es weibliche Namen, die seit jeher als besonders galten: Sie ziehen Glück an, schützen vor Unglück und schenken innere Stärke. Die Redaktion von Styler hat sieben solcher Namen gesammelt und erklärt, was sie einzigartig macht.

Lesja: Unerschütterliche Kraft des Geistes

Dieser rein ukrainische Name hat keine direkten Äquivalente in anderen Sprachen, und genau das macht ihn besonders. Er ist die volkstümliche Form des Namens Olesja, hat sich aber längst als eigenständiger Name etabliert und ist untrennbar mit der ukrainischen Kultur verbunden. Der Name ist für immer mit Lesja Ukrainka verknüpft – einer Frau, die trotz schwerer Krankheit über Freiheit und geistige Stärke schrieb. Die Energie dieses Namens ist eine unerschütterliche innere Kraft und eine Kreativität, die selbst in den schwierigsten Zeiten nicht erlischt.

Jaryna: Die Energie der Wiedergeburt

Der slawische Name leitet sich vom Wort „jarowyj“ ab – hell, energisch, voller Kraft. Bei den alten Slawen wurde „Jar“ mit dem Frühling, der Sonne und der Wiedergeburt der Natur in Verbindung gebracht. Jarynas galten seit jeher als Frauen mit einer besonderen inneren Energie – sie entzünden andere mit ihrem Beispiel und lassen das Feuer nicht erlöschen, selbst wenn alles um sie herum dunkel wird. Ein altes Sprichwort besagt: Wo Jaryna ist, da gibt es Bewegung, Wärme und Leben.

Kalyna: Die Hüterin des Geschlechts

Der Name leitet sich von dem Namen des heiligen Baumes ab, der ein Symbol für die Ukraine, das Geschlecht und die Unsterblichkeit ist. In der Volkstradition schützte die Vogelkirsche (Kalyna) das Haus vor bösen Mächten und brachte der Familie Gesundheit; man pflanzte sie daher vor jedem Haus. Frauen mit diesem Namen galten als Hüterinnen des Geschlechts – als jene, die die Erinnerung an die Vorfahren bewahren und die Wurzeln fest halten, selbst wenn der Wind alles um sie herum wegfegt. Heute ist der Name selten anzutreffen, was ihn besonders wertvoll macht.

Jewdokija: Die Wegweiserin zu einem neuen Anfang

Der überraschendste Name auf der Liste, der jedoch seit jeher als einer der stärksten Amulette galt. Dies ist die ukrainische volkstümliche Form des griechischen Namens Eudokia – „die eine gute Ehre hat“ und „die gute Taten vollbringt“. In der Volkstradition galten Jewdokijas als Wegweiserinnen – Frauen mit einer besonderen Verbindung zur Natur und dem Talent, zu spüren, was als Nächstes geschehen wird. Der Tag der Jewdokija am 14. März galt seit jeher als Beginn des Frühlings und der Erneuerung. Die Trägerinnen dieses Namens tragen die Kraft eines neuen Anfangs in sich.

Sarja: Das stille Licht der Hoffnung

Der slawische Name leitet sich vom Wort „Stern“ ab – das Licht, das in der Dunkelheit erscheint und den Weg weist. In der ukrainischen Tradition war der Morgenstern (Sarja) seit jeher ein Symbol der Hoffnung, des Schutzes und eines guten Omen. Sterne galten als Frauen, die Licht dorthin bringen, wo es fehlt – nicht lautstark oder pompös, sondern einfach durch ihre Anwesenheit. Die Energie dieses Namens ist ein leises, aber beständiges Licht, das nicht erlischt.

Orisa: Das Geschenk, die Wahrheit zu sprechen

Rein ukrainische volkstümliche Form – ein eigenständiger Name, der längst ein eigenes Leben fernab seiner Ursprungsquelle führt. Arina ist ein Name, der wie ein Lied klingt: sanft, melodisch, auf ukrainisch. In der Volkstradition galten Orisas als Frauen mit einem feinen Gespür für Menschen und dem besonderen Talent, die Wahrheit so zu sprechen, dass sie nicht verletzt. Genau solche Frauen bleiben lange in Erinnerung.

Zwita: Ruhm, der erblüht

Altslawischer Name von den Wörtern „Blüte“ und „Ruhm“ – wörtlich „deren Ruhm erblüht“. Seltener und gleichzeitig kraftvoller Name. In ihm steckt die Idee, dass wahre Größe nicht von sich selbst ruft, sondern allmählich erblüht wie eine Blume und lange nach dem Weggang des Menschen Spuren hinterlässt. Die Träger dieses Namens galten seit jeher als besonders – als jene, deren Namen die Menschen mit Wärme aussprechen.