In Kiew wurde am Denkmal „Mutter Heimat' (Batkivshchyna-Mater) das neue Kunstprojekt „Die Zukunft erinnert' gestartet, das zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine gewidmet ist. Vom 22. August bis 1. September verwandelt sich die Skulptur jeden Abend in ein großangelegtes audiovisuelles Gemälde, auf dem Symbole der ukrainischen Geschichte und Kultur zum Leben erwachen. Initiator und technischer Ausführender des Projekts ist das Unternehmen Expolight, künstlerischer Leiter ist Nikolai Kabluka.
Sieben Minuten Licht: Struktur des Zyklus und Symbolik
Jeder Projektionszyklus dauert etwa fünf Minuten. In dieser Zeit erscheinen nacheinander Bilder auf der Oberfläche des Denkmals, die eine einzige Geschichte ergeben. „Wurzeln' symbolisieren die Verbindung zur Erde, zur Geschichte und zu früheren Generationen; „Spiralen' sprechen von der Zeit als einem lebendigen zyklischen Prozess; „Wasser' wird zum Bild der Reinigung von auferlegten Ideen und falschen Überlagerungen. „Flügel' verkörpern die Freiheit der Wahl und die innere Kraft, „Sterne' repräsentieren die Menschen und ihre Träume, und das „Sternbild' – die Verbindung der Ukrainer mit der Zukunft, die sie gemeinsam gestalten.
Kulturelle Vielfalt: von Kosakenstickerei bis zu skythischen Ornamenten
Die Autoren haben in der Installation Elemente verschiedener Kulturen zusammengeführt, die sich auf dem ukrainischen Boden formierten: Kosakenstickerei, krimtatarische Ornamente sowie Symbole alter Zivilisationen – Griechen, Skythen und Slawen. Auf diese Weise präsentiert die Projektion die Ukraine als einen Raum, in dem sich über Jahrhunderte hinweg verschiedene Kulturen, Traditionen und Zivilisationen verflochten haben und nicht als einen monolithischen Narrativ.
Wann und wo ist die Installation zu sehen
Kiewer und Gäste der Hauptstadt können das Show täglich vom 22. August bis 1. September abends – von 21:00 bis 23:00 Uhr – beobachten. Der Eintritt auf das Gelände rund um das Denkmal ist frei, die Projektion startet nach einem festen Abendplan, was es ermöglicht, den Besuch in einen Spaziergang entlang der Podosolska-Uferpromenade einzubauen.
Ideologischer Ansatz: Erinnerung als Ressource der Zukunft
Grundlage des Projekts ist die These, dass die Zukunft nicht aus dem Nichts entsteht, sondern durch die Wahl, die Menschen heute treffen, und durch das Verständnis davon, woher sie kommen, geformt wird. Laut dem künstlerischen Leiter von Expolight, Nikolai Kabluka, kann das historische Gedächtnis nicht nur ein Weg sein, in die Vergangenheit zu blicken, sondern auch eine Quelle der Kraft für die Zukunft. Das Projekt ist als Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konzipiert – durch Licht, Symbole und eines der bekanntesten Denkmäler der Ukraine.