Im System der staatlichen Kontrolle der Ukraine hat sich ein bedeutender technologischer Wandel vollzogen. Der Staatliche Grenzschutzdienst (GPD) und der Staatliche Steuerverwaltungsdienst (GSD) sind auf einen automatisierten elektronischen Datenaustausch umgestiegen. Diese Neuerung, die Anfang August eingeführt wurde, soll die Verwaltungsabläufe beschleunigen und die Effizienz der fiskalischen Kontrolle erhöhen, ohne dabei die grundlegenden Regeln für die Grenzüberschreitung durch Bürger zu ändern.

Von Papierkram zu sofortigen Anfragen

Der Sprecher des GPD, Andrei Demtschenko, erläuterte im Kommentar an RBC-Ukraine die Essenz der Änderungen. Zuvor erfolgte die Zusammenarbeit der Behörden im manuellen Modus: Anfragen wurden auf Papier erstellt, was erhebliche Zeit für die Ausarbeitung, Verarbeitung und Beantwortung erforderte. Der Übergang zum digitalen Format ermöglichte den vollständigen Verzicht auf Papierträger.

Jetzt werden Anfragen in elektronischer Form mit zwingender Verwendung einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) erstellt. Dank dessen werden Antworten praktisch sofort gegeben. Die technische Einrichtung des Systems und die Einführung der erforderlichen Datenschutzmaßnahmen dauerten etwa einen Monat, woraufhin der Mechanismus im normalen Modus funktionierte.

Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Scheingeschäften

Hauptziel der Digitalisierung ist nicht nur die Beschleunigung der Bürokratie, sondern die Erhöhung der Transparenz finanzieller Operationen. Laut Demtschenko ermöglicht der neue Arbeitsalgorithmus eine schnellere Bestimmung der steuerlichen Ansässigkeit der Bürger. Dies ist entscheidend für die korrekte Berechnung steuerlicher Verpflichtungen und die Vermeidung einer Doppelbesteuerung.

Das System zielt auch auf die Aufdeckung und Verhinderung von Scheingeschäften ab. Insbesondere wird die Digitalisierung den Steuerbehörden helfen, Fälle zu erkennen, in denen Finanzdokumente auf dem Territorium der Ukraine ausgestellt werden, die tatsächlichen Unterzeichner jedoch im Ausland sind. Dies schließt eine der verbreiteten Schemen zur Steuerhinterziehung.

Widerlegung von Gerüchten über „Überwachung“

Die Einführung des automatischen Datenaustauschs löste eine Welle von Diskussionen in der Gesellschaft aus, in denen Bedenken über die Illegalität der Aktionen der Grenzschützer und eine totale „Überwachung“ der Bürger geäußert wurden. Der Sprecher des GSD widerlegte diese Behauptungen kategorisch.

„Der Staatliche Steuerverwaltungsdienst erhielt solche Informationen bereits zuvor, jedoch in Papierform“, betonte der Vertreter der Behörde. Somit ist die Tatsache des Erhalts von Daten keine Neuheit; lediglich die Art der Übertragung hat sich geändert, was den Prozess im Rahmen der geltenden Gesetzgebung transparent und legal gemacht hat.

Vermögenskontrolle und aktuelle Praxis

Wichtig ist zu beachten, dass der automatische Informationsaustausch zwischen GPD und GSD andere Formen der Kontrolle nicht aufhebt oder ersetzt. In der Ukraine gilt weiterhin eine strenge Überwachung der Vermögenslage der Steuerzahler. Die Steuerbehörden berechnen regelmäßig Abgaben für den Besitz von Immobilien und Fahrzeugen und sichern so die Erhebung der erforderlichen Zahlungen.

Der neue Mechanismus ergänzt lediglich das bestehende System und macht es reaktionsschneller bei Verstößen und effektiver bei der Aufdeckung steuerlicher Risiken.