Ende Juli 2026 kündigte das Netzwerk 'Dobrobut' den Start der zweiten Runde für ein kostenloses Ausbildungsprogramm für Veteranen im medizinischen Bereich im Rahmen des Projekts 'Medizinische Ausbildung für Helden' an. Die Initiative, die mit Unterstützung des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten der Ukraine und Veteran Hub umgesetzt wird, zielt auf die berufliche Rehabilitation von Fachkräften ab, deren Karriere durch den Krieg unterbrochen oder verändert wurde. Nach sorgfältiger Prüfung der Bewerbungen hat die Expertenkommission 20 Teilnehmer ausgewählt, die ihre Ausbildung in der 'Dobrobut-Akademie' beginnen werden.

Selektiver Auswahlprozess: 46 Bewerbungen auf 20 Plätze

In diesem Jahr ist das Interesse am Programm gestiegen: 46 Veteraninnen und Veteranen haben sich beworben. Darunter waren Ärzte, Sanitäter, Krankenschwestern und Pfleger, die an Stabilisierungspunkten, in mobilen Krankenhäusern und in medizinischen Evakuierungseinheiten gearbeitet haben. Die Rektorin der 'Dobrobut-Akademie', Nana Voytenko, stellte fest, dass die Auswahl schwierig war: Jeder Kandidat verfügt über eine einzigartige Geschichte und ein Potenzial. Bei der Auswahl wurde besonderes Augenmerk auf Veteranen gelegt, die Gefangenschaft und schwere Verletzungen überstanden haben.

Ultraschall – die Hauptforderung der Frontmedizin

Die Analyse der Motivationsschreiben ergab einen klaren Trend: Die Ultraschalldiagnostik wurde zum beliebtesten Fachgebiet. Die Veteranen begründen dies mit den Besonderheiten der Arbeit an der Front, wo Ärzte oft mehrere Funktionen gleichzeitig ausüben müssen. Ultraschall-Kenntnisse ermöglichen es, direkt am Ort der Hilfeleistung schnell Entscheidungen zu treffen, was unter Kampfbedingungen von entscheidender Bedeutung ist. An zweiter Stelle der Beliebtheit stehen die Bereiche 'Organisation und Gesundheitsmanagement' sowie 'Physikalische und Rehabilitationsmedizin'.

Psychologische Barrieren und die Angst, den Anschluss zu verlieren

In ihren Briefen geben die Teilnehmer offen zu, dass sie unter beruflicher Erschöpfung leiden und Angst vor der Rückkehr in die zivile Praxis haben. Die Ärztliche Direktorin des Netzwerks 'Dobrobut', Alexandra Maschkevitj, stellt fest, dass viele befürchten, mit ihren Kollegen, die im Beruf geblieben sind, nicht Schritt halten zu können. Laut Umfragen hat jeder fünfte Teilnehmer keine Möglichkeit, in seinem Fachgebiet zu praktizieren, und die längste Unterbrechung in der zivilen Medizin betrug 5 Jahre. 'Wir können es uns einfach nicht leisten, solche Fachkräfte zu verlieren', betonte Maschkevitj.

Strategie zur Erhaltung von Fachkräften

Das Projekt wird als strategische Notwendigkeit betrachtet. Der großangelegte Krieg hat die ukrainische Medizin neu strukturiert, und Veteranen sind Träger eines einzigartigen Erfahrungsschatzes, den zivile Kollegen nicht besitzen. Die Organisatoren weisen jedoch darauf hin, dass diese Erfahrung ohne Unterstützung verloren gehen könnte. 'Dobrobut' übernimmt die Verantwortung, dabei zu helfen, Barrieren zu überwinden, das Selbstvertrauen wiederherzustellen und jenen, die Jahre für den Schutz des Landes geopfert haben, Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.