Das Ministerkabinett der Ukraine hat eine wichtige Entscheidung getroffen, die es den Bürgern ermöglicht, ihre Rentenversicherungszeiten nachzuweisen, falls kein Arbeitsbuch vorliegt oder Lücken und Fehler in den Aufzeichnungen vorhanden sind. Diese Initiative ist von entscheidender Bedeutung für Hunderttausende Ukrainer, die aufgrund aktiver Kampfhandlungen oder temporärer Besatzung ihrer Gebiete gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen, Eigentum und persönliche Dokumente verloren haben.

Elektronische Register und erweiterte Dokumentenliste

In erster Linie wird der Verifizierungsprozess der Versicherungszeiten auf offiziellen Daten aus staatlichen elektronischen Registern basieren, die alle aktuellen Informationen über versicherte Personen enthalten. Wenn die erforderlichen Informationen in den elektronischen Datenbanken fehlen oder präzisiert werden müssen, berücksichtigen die zuständigen Behörden Papier-Arbeitsbücher sowie alternative Dokumente, deren Liste die Regierung erheblich erweitert hat.

Bestätigung der Zeiten durch Zeugenaussagen

Besondere Aufmerksamkeit wird in der neuen Verordnung jenen Bürgern gespendet, deren Papierarchive und Dokumente in der Kampfzone vollständig zerstört oder verloren gegangen sind. In solchen schwierigen Situationen erlaubt die Gesetzgebung nun den Nachweis der Arbeitszeit durch Zeugenaussagen — dafür ist es notwendig, mindestens zwei Personen einzubeziehen, die im selben Unternehmen gearbeitet haben und die gemeinsame Arbeitstätigkeit dokumentarisch oder offiziell bestätigen können. Dabei übernimmt der Pensionsfonds der Ukraine die Verpflichtung, praktische Hilfe bei der Suche nach solchen Zeugen zu leisten.

Besonderheiten für besetzte Gebiete und Fazit

Die Regierung hat zudem einen eigenen Mechanismus zur Anrechnung von Versicherungszeiten für Bürger ausgearbeitet, die in Unternehmen gearbeitet haben, die sich in vorübergehend besetzten Gebieten oder Zonen intensiver Zusammenstöße befanden. Laut Premierminister Serhij Korezkyj besteht das Hauptziel der Neuerungen darin, sicherzustellen, dass durch die russische Aggression geschädigte Bürger ihr gesetzliches Recht auf wohlverdienten Ruhestand und Rentenzahlungen nicht verlieren.