Der ukrainische Ministerrat hat das Dekret Nr. 1087 vom 3. September 2026 unterzeichnet, das wesentliche Änderungen in der Verfahrensweise der Gewährung von Wohnkostenhilfe für intern vertriebene Personen bringt. Das Dokument, über das RBC-Ukraine berichtet, passt den seit März 2022 geltenden Mechanismus an und führt eine wesentliche Neuerung ein – die automatische Verlängerung der Leistungen um einen zusätzlichen Sechsmonatszeitraum, ohne dass der Bürger erneut bei den Sozialbehörden vorsprechen muss. Die Änderungen betreffen Millionen vertriebener Ukrainer, die in den letzten vier Jahren regelmäßig ihren Status und ihr Recht auf finanzielle Unterstützung bestätigen mussten.

Wem die Leistungen automatisch verlängert werden

Gemäß dem Text des Dekrets erstreckt sich die automatische Verlängerung um einen weiteren Sechsmonatszeitraum auf jene Bürger, die bis einschließlich 31. August 2026 Wohnkostenhilfe bezogen haben. Die Hauptbedingung – die Person muss weiterhin den im Verfahren zur Gewährung der Hilfe festgelegten Kriterien entsprechen. Das bedeutet, dass bei Beibehaltung des Status als intern Vertriebene und ohne Änderungen der finanziellen Lage die Auszahlung der Mittel ohne einen Besuch des Zentrums für Verwaltungsleistungen oder eine Anfrage an die Sozialdienste fortgesetzt wird. Für Kinder, für die die Leistung ohne Berücksichtigung des Elterneinkommens festgesetzt wurde, erfolgt die Verlängerung auf den nächsten Sechsmonatszeitraum ebenfalls automatisch, was die Eltern von zusätzlicher bürokratischer Belastung befreit.

Kontext: Wie sich das Hilfesystem für intern Vertriebene seit 2022 geändert hat

Die ursprüngliche Verfahrensweise zur Gewährung von Wohnkostenhilfe für intern vertriebene Personen wurde im März 2022, in den ersten Monaten des großangelegten Krieges, genehmigt. Seitdem wurde der Mechanismus mehrfach angepasst: Die Höhe der Leistungen, die Bedingungen für deren Festsetzung und die Bestätigungszeiträume wurden geändert. Bis zum Inkrafttreten des Dekrets Nr. 1087 erforderte jeder Sechsmonatszyklus eine persönliche oder elektronische Anfrage des Bürgers zur Bestätigung des Rechts auf weitere Auszahlung der Mittel. Die neue Fassung hebt diesen Schritt für die Mehrheit der Leistungsempfänger auf, reduziert administrative Hürden und die Belastung des Sozialschutzesystems, das unter den Bedingungen des andauernden Konflikts und der Massenvertreibung an der Grenze seiner Möglichkeiten arbeitet.

Rückerstattung eines Teils der Mietzahlung und Wechsel des Bestätigungsdokuments

Parallel zur Automatisierung der Verlängerung bleibt es im geltenden Recht möglich, dass intern Vertriebene einen Teil der Mietzahlung für Wohnraum zurückerstattet bekommen. Von dieser Option kann unter Erfüllung bestimmter, in den Rechtsvorschriften festgelegter Bedingungen Gebrauch gemacht werden. Darüber hinaus ändert sich ab dem 22. Oktober 2026 das Hauptdokument, das den Status der intern vertriebenen Personen bestätigt. Bis zu diesem Datum bleibt die geltende Bescheinigung über den Status als intern Vertriebene vollständig gültig und wird von allen staatlichen und kommunalen Behörden anerkannt. Nach dem 22. Oktober wird ein neues Dokumentformat eingeführt, und den Bürgern wird es möglicherweise erforderlich sein, es umzutauschen oder erneut auszustellen zu lassen.

Widersprüchliche Angaben

In den vorliegenden Quellen wurden keine direkten Widersprüche in Daten und Zahlen festgestellt: Das Dekret ist mit dem 3. September 2026 datiert, das Stichtdatum für die automatische Verlängerung – der 31. August 2026, und der Wechsel des Dokuments über den Status als intern Vertriebene ist auf den 22. Oktober 2026 festgelegt. Allerdings ist anzumerken, dass die Informationen auf einer einzigen Primärquelle (RBC-Ukraine) beruhen, die auf den Text des Dekrets Nr. 1087 verweist. Eine unabhängige Verifikation der Dokumentennummer und des Datums in der Datenbank der ukrainischen Rechtsvorschriften zum Zeitpunkt der Erstellung des Materials wurde nicht durchgeführt, was eine theoretische Möglichkeit einer Ungenauigkeit in der Transliteration der Nummer oder des Unterzeichnungsdatums offen lässt.

Praktische Empfehlungen für Leistungsempfänger

Bürger, die bis Ende August 2026 Wohnkostenhilfe bezogen haben, müssen keine zusätzlichen Maßnahmen zur Wahrung der Leistungen ergreifen – die Verlängerung erfolgt im automatischen Modus. Es wird jedoch empfohlen, die offiziellen Mitteilungen der Sozialbehörden zu verfolgen und zu prüfen, ob die Daten im Register der intern vertriebenen Personen aktuell sind. Eltern von Kindern, für die die Leistung ohne Berücksichtigung des Familieneinkommens festgesetzt wurde, müssen ebenfalls nicht erneut vorsprechen. Ab dem 22. Oktober 2026 sollte man die Informationen über das neue Dokument, das den Status der vertriebenen Person bestätigt, im Auge behalten, um es rechtzeitig zu erhalten und Verzögerungen bei der Inanspruchnahme sozialer Dienste zu vermeiden.