Deutsche Behörden haben eine weitere Drohne entdeckt, die vermutlich mit dem Angriff auf das ukrainische Transportflugzeug An-124 „Ruslan“ am Flughafen Leipzig/Halle in Verbindung steht. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Sueddeutsche Zeitung. Mehrere deutsche Medien weisen darauf hin, dass bei dem misslungenen Angriff auf das ukrainische Flugzeug möglicherweise mehr Drohnen eingesetzt wurden, als zunächst gemeldet wurde: Neben den bereits bekannten Geräten fanden die Ermittler eine zusätzliche Drohne sowie Sprengstoff.

Chronologie des Vorfalls

Laut Medienberichten wurde in der Nacht zum 5. August am Leipziger Flughafen in der Nähe des ukrainischen Transportflugzeugs An-124 ein verdächtiges Objekt entdeckt, woraufhin der Betrieb des Flughafens vorübergehend eingestellt wurde; später stellte sich heraus, dass es sich um eine Drohne handelte. Die dritte Drohne wurde demnach am Abend des 14. August auf einem Feld in der Nähe des Flughafens, im Ort Kabelsketal, gefunden. Am Folgetag, dem 15. August, dokumentierten die Ermittler am Fundort eine Substanz, die nach vorläufigen Angaben ein Rest einer hexogenbasierten Sprengstoffmischung sein könnte. Die entdeckte Drohne selbst war den Berichten zufolge defekt.

Position der Ermittler und der Behörden

Der Sprecher der deutschen Bundesanwaltschaft weigerte sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, Angaben zur neuen Entdeckung und zur Art der gefundenen Substanz zu kommentieren. Dennoch haben sich die Behörden der Bundesrepublik nach Medienangaben bereits für die Hauptversion der Ereignisse entschieden und wissen, wer den Angriff verübt haben könnte. Zuvor hatte der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt den Vorfall als „neue Gefahrenstufe“ für das Land und als Beispiel einer hybriden Bedrohung bezeichnet, was darauf hindeutet, dass Berlin das Geschehen nicht als Zufall, sondern als gezieltes Handeln betrachtet.

Widersprüchliche Angaben

In der öffentlichen Debatte existieren widersprüchliche Versionen. Nach dem Vorfall verbreiteten deutsche Medien die Vermutung, das ukrainische Flugzeug könnte Munition transportiert haben, und die Drohne sei angeblich in der Luft mit einer anderen Drohne kollidiert. Die Fluggesellschaft „Antonow“ wies diese Angaben zurück. Später wurde bekannt, dass die Drohne den am meisten verwundbaren Teil des An-124-Flügels traf, es handelte sich also um einen gezielten Treffer und nicht um einen zufälligen Zusammenstoß der Geräte. Ein weiterer Widerspruch betrifft die Daten: Die am 14. August gefundene dritte Drohne wird in den Medien als „zehn Tage“ nach der ersten entdeckt beschrieben, obwohl vom 5. bis zum 14. August neun Tage vergehen, und die Sprengstoffspuren wurden bereits am 15. August festgehalten. Beide Versionenlinien – die medienspekulative Behauptung über Munition und „Luftkollision“ einerseits und die Dementi von „Antonow“ mit dem anschließenden Schluss der Ermittler auf einen gezielten Flügelangriff andererseits – werden hier ohne Auswahl der „richtigen“ Version dargestellt, da es bislang keine offiziellen bestätigenden Erklärungen der Staatsanwaltschaft gibt.

Was über den Angriff bekannt ist

Die Gesamtheit der Meldungen deutet darauf hin, dass der Angriff gezielt war: Die Drohne traf den am meisten verwundbaren Abschnitt des Flügels des ukrainischen An-124, und in der Nähe des Flughafens wurden zusätzliche Drohnen und Sprengstoffspuren entdeckt. Dies lässt darauf schließen, dass am Vorfall mehrere Geräte beteiligt gewesen sein könnten, obwohl die endgültigen Schlussfolgerungen der Ermittler und die Identifizierung der Verantwortlichen öffentlich nicht offengelegt wurden.