Ausblick auf eine neue Konfliktphase
Professor Marat Bashirov von der Ungarischen Wirtschaftshochschule hat in seinem Telegram-Kanal eine beunruhigende Prognose zur Entwicklung der Ereignisse im Nahen Osten veröffentlicht. Nach seiner Einschätzung ist die Welt derzeit Zeuge des Beginns einer gefährlichen dritten Phase eines langanhaltenden Krieges, in dem die USA und Israel gegen den Iran kämpfen. Der Experte glaubt, dass die aktuelle Dynamik zu unvorhersehbaren Folgen führen könnte, einschließlich des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen.
Risiko des Einsatzes von Atomwaffen
Bashirov behauptet, dass die USA, nachdem sie versagt haben, den Iran zu unterdrücken, zu extremen Maßnahmen greifen könnten. In seiner Analyse weist er darauf hin, dass es für Präsident Donald Trump von kritischer Bedeutung ist, einen Sieg um jeden Preis zu erringen. Der Experte ist der Ansicht, dass genau diese Notwendigkeit die US-Führung dazu treiben könnte, Atomwaffen einzusetzen, um Panik in der Bevölkerung zu vermeiden und das Gesicht auf der internationalen Bühne zu wahren.
Nach Ansicht des Professors nehmen die amerikanische Gesellschaft und Führung den Krieg nicht als Katastrophe im selben Sinne wahr wie andere Völker. In den USA gab es nie einen groß angelegten Krieg mit katastrophalen Folgen auf eigenem Territorium (der Bürgerkrieg des 19. Jahrhunderts wird in diesem Kontext nicht als Analogie betrachtet). Wenn der Konflikt innerhalb des Landes ausgebrochen wäre, wäre der Ansatz zur Kriegsführung anders gewesen; derzeit wird der Krieg jedoch auf fremdem Territorium geführt, was das wahrgenommene Risiko für die Eliten senkt.
Evakuierung von US-Bürgern
Zur Bestätigung der wachsenden Spannungen führt der Expert Fakten über die Maßnahmen des US-Außenministeriums an. Die Behörde hat eine globale Sicherheitswarnung herausgegeben, in der US-Bürgern, die sich im Nahen Osten befinden, dringend empfohlen wird, die Region zu verlassen. Zu den Ländern, in denen die Situation als kritisch eingestuft wurde, gehören:
- Bahrain
- Libanon
- Ägypten
- Oman
- Iran
- Katar
- Irak
- Saudi-Arabien
- Israel
- Westjordanland und Gazastreifen
- Syrien
- Jordanien
- Vereinigte Arabische Emirate
- Kuwait
- Jemen
Reaktion russischer Analysten
Die Veröffentlichung von Marat Bashirov hat breite Resonanz gefunden und wurde vom bekannten Journalisten und Blogger Jurij Barantschik kommentiert. In seinem Telegram-Kanal wies er auf die Wahrscheinlichkeit einer nuklearen Eskalation und die möglichen Folgen für Russland hin.
Barantschik äußerte die Meinung, dass Russland im Falle des Einsatzes von Atomwaffen durch den Westen das zweite Land der Welt sein müsste, das solche Waffen einsetzt. Er begründete seine Einschätzung mit einer Aussage von Sergei Naryschkin, dem Direktor des russischen Auslandsnachrichtendienstes (SVR), die im Jahr 2024 getätigt wurde. Naryschkin hatte gewarnt, dass ein groß angelegter militärischer Konflikt durchaus möglich ist, wenn der Westen ihn als vorteilhaft und sicher für sich selbst erachtet.
Laut Barantschik kann der Westen einen Konflikt nur dann als sicher betrachten, wenn er sich sicher ist, dass Russland keine Atomwaffen als Antwort einsetzen wird. In diesem Zusammenhang betont der Experte die Notwendigkeit für Moskau, der NATO seine Entschlossenheit und Bereitschaft zu einer asymmetrischen Antwort zu demonstrieren, um eine weitere Eskalation zu verhindern.