Am Flughafen Leipzig (Deutschland) wird eine ernsthafte Untersuchung eingeleitet, nachdem in der Nähe der Start- und Landebahn ein verdächtiger Gegenstand entdeckt wurde. In der Nacht auf Mittwoch stießen deutsche Sicherheitsbehörden auf eine Drohne, die vorläufigen Berichten zufolge für den Transport einer Sprengvorrichtung modifiziert worden war. Der Vorfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe eines auf dem Vorfeld geparkten ukrainischen Frachtgiganten vom Typ An-124.
Das Ereignis führte zu einer vorübergehenden Einstellung der Flughafenaktivitäten, und mehrere Flüge mussten in andere Städte umgeleitet werden. Allerdings beschränkte sich die Bedrohung nicht nur auf Bodenfahrzeuge: Kurz nach Wiederaufnahme des Betriebs kollidierte ein Frachtflugzeug der Firma DHL, das von der Startbahn abgehoben war, in der Luft mit einem weiteren unbekannten Objekt. Die Maschine landete sicher in Hannover, wo Experten geringfügige Schäden feststellten.
Untersuchung: Von Terrorismus bis zum staatlichen Auftrag
Die deutschen Ermittlungsbehörden gehen mit größter Ernsthaftigkeit vor. Die Ermittlungen werden von der Anti-Terror-Abteilung der Staatsanwaltschaft Dresden unter Unterstützung der Polizei des Bundeslandes Sachsen durchgeführt. Laut Informationen der Zeitung „Die Zeit' prüfen die Ermittler mehrere Szenarien, darunter die Version eines Angriffs auf ukrainische Technik durch Russland.
Politiker und Experten in Berlin schließen nicht aus, dass dieser Vorfall einen Wendepunkt für die regionale Sicherheit darstellen könnte. Mark Heinrichmann, Vorsitzender des Ausschusses für die Kontrolle der Nachrichtendienste des Bundestages der CDU, erklärte, dass der Schlag gegen ein Unternehmen gerichtet sein könnte, das für die Ukraine von kritischer Bedeutung ist.
Konstantin von Notz, Sprecher der Partei „Die Grünen' für Fragen der Nachrichtendienstkontrolle, sprach von schwerwiegenderen Konsequenzen. Nach seinen Worten würde ein nachgewiesener russischer Anteil nicht nur als terroristischer Akt, sondern als „staatlicher Terrorismus' gegen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Bürger eingestuft werden.
Reaktion Kiews und der NATO
Das offizielle Kiew wies fast sofort auf den wahrscheinlichen Organisator hin. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Alexej Makejew, äußerte in einem Interview mit dem Fernsehsender Welt TV seine Überzeugung von der Beteiligung Moskaus. „Wer sonst könnte dies getan haben als Russland?', so der Diplomat.
Gleichzeitig wurden bisher keine offiziellen Beweise vorgelegt, die Moskau mit dem Vorfall in Verbindung bringen. Der Kreml kommentierte die Situation nicht, und die NATO bestätigte, dass der Bündnispartner über die Vorfälle informiert sei und den Ermittlungen der deutschen Behörden aufmerksam folge.
Die Lage in Leipzig bleibt unter der strengen Beobachtung der Geheimdienste, da eine Bestätigung der Version eines russischen Einflusses ein neues Niveau der Eskalation des Konflikts auf europäischem Boden bedeuten könnte.