Im Schwarzen Meer nahe der rumänischen Küste wurde ein ziviles Handelsschiff unter türkischer Flagge, die Royad Mammadov, von einer Drohne angegriffen. Das Schiff transportierte eine Ladung ukrainischen Getreides vom donauhafen Ismajil nach Italien. Der Vorfall hat in der Region für großes Aufsehen gesorgt und gefährdet die Sicherheit der Schifffahrt im sogenannten Getreidekorridor sowie die Sicherheit der an den Lebensmittelieferungen beteiligten Schiffsbesatzungen.

Verlauf der Rettungsaktion

Sofort nach Eingang des Notrufs wurden die Such- und Rettungsschiffe SAR Apollo und SAR Ares der rumänischen Seestreitkräfte in das Vorfallsgebiet südöstlich der Erdölförderplattform Pescarus entsandt. An der großangelegten Operation beteiligten sich auch die Küstenwache und ein Spezialhubschrauber der allgemeinen Luftfahrtinspektion, der verletzte Seeleute per Bordwinde evakuierte, um sie in spezialisierten Kliniken medizinisch versorgen zu lassen.

Widersprüchliche Angaben

Die Angaben zum Ausmaß der Schäden und zum Schicksal der Besatzung waren anfangs widersprüchlich. Zunächst berichteten Medien über zwei getötete Seeleute und zahlreiche Opfer. Später dementierte die rumänische Marinebehörde diese Informationen jedoch offiziell und stellte klar, dass drei verletzte Besatzungsmitglieder per Hubschrauber an Land gebracht wurden, acht Seeleute in gutem Zustand von Rettungsschiffen aufgenommen wurden und die Suche nach einem weiteren vermissten Besatzungsmitglied andauert. Auch bezüglich des Schadensgrades am Schiff gab es abweichende Berichte: Einige Quellen sprachen von schweren Schäden und einem Brand, andere von einem Untergang.

Kontext und Marktfolgen

Dieser Vorfall ist kein Einzelfall der Eskalation auf den Schwarzmeer-Routen. Zuvor wurden Angriffe auf zivile Schiffe unter der Flagge Liberias und Tansanias in Häfen der Region Odessa verzeichnet, die ebenfalls zu Opfern und Verletzten führten. Experten weisen darauf hin, dass solche Angriffe auf Logistikadern eine Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit darstellen und eine neue Welle von Preisanstiegen für Getreide auf den Weltmärkten auslösen könnten.