Die Ukraine drängt weiterhin auf umfassende Unterstützung durch die Europäische Union beim Ausbau der Exportkorridore für landwirtschaftliche Produkte. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Blockade der Schwarzmeerhäfen und ununterbrochener Angriffe auf die Transportinfrastruktur sieht sich Kiew mit enormen Schwierigkeiten beim Export von Millionen Tonnen Getreide konfrontiert. Im Rahmen von Oktoberbesuchen in Brüssel forderte die ukrainische Delegation unter Leitung von Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj die europäischen Partner auf, nicht nur die Kapazitäten der Land- und Flusswege zu erhöhen, sondern auch Finanzhilfen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zur Deckung der zusätzlichen Transportkosten bereitzustellen.
Haltung von Warschau und Bukarest
Trotz der Appelle der ukrainischen Seite erklärten die wichtigsten Transitländer Polen und Rumänien, dass sie nicht bereit seien, die Korridore für ukrainisches Getreide zu erweitern. Das polnische Infrastrukturministerium betonte ausdrücklich, dass das Amt keine Schritte zur Erhöhung der Transitvolumina plane. Rumänische Behörden verweisen ihrerseits auf eine kritische Belastung der Häfen und der Binnenlogistik, die durch den niedrigen Wasserstand der Donau verschärft wird, wodurch ein harter Wettbewerb für lokale Landwirte entsteht und deren eigener Absatz erschwert wird.
Widersprüchliche Daten
Während offizielle Erklärungen polnischer und rumänischer Vertreter auf eine kategorische Ablehnung der Erweiterung von Transitkapazitäten hinweisen, gibt es in Expertenkreisen und Medien Diskussionen über das tatsächliche Ausmaß der Beschränkungen. Die rumänische Seite verweist beispielsweise auf ein zuvor unterzeichnetes bilaterales Memorandum zur Verbesserung der Eisenbahnverbindungen und Vereinfachung der Grenzabfertigung, was den Frachtstrom formell hätte erhöhen sollen. Offizielles Bukarest argumentiert jedoch, dass die physischen Grenzen der Infrastruktur bereits ausgeschöpft seien, während ukrainische Vertreter auf der Suche nach Kompromisslösungen zur Abwendung einer Agrarkrise in Osteuropa bestehen.
Die entstandene logistische Sackgasse gefährdet nicht nur die aktuellen Lieferungen, sondern die gesamte kommende Aussaatkampagne in der Ukraine. Schätzungen des Ministeriums zufolge könnten sich bis Jahresende im Land bis zu 35 Millionen Tonnen unverkauftes Getreide und Ölsaaten ansammeln, wenn über die Solidaritätskorridore weniger als die Hälfte des erforderlichen Volumens exportiert werden kann. Der Mangel an liquiden Mitteln für Landwirte droht im kommenden Frühjahr die Anbauflächen für Winterkulturen um 35 bis 40 Prozent zu verringern, was die globale Ernährungssicherheit direkt gefährdet.
Bedrohung für die künftige Ernte
Die entstandene logistische Sackgasse gefährdet nicht nur die aktuellen Lieferungen, sondern die gesamte kommende Aussaatkampagne in der Ukraine. Schätzungen des Ministeriums zufolge könnten sich bis Jahresende im Land bis zu 35 Millionen Tonnen unverkauftes Getreide und Ölsaaten ansammeln, wenn über die Solidaritätskorridore weniger als die Hälfte des erforderlichen Volumens exportiert werden kann. Der Mangel an liquiden Mitteln für Landwirte droht im kommenden Frühjahr die Anbauflächen für Winterkulturen um 35 bis 40 Prozent zu verringern, was die globale Ernährungssicherheit direkt gefährdet.