Am 28. Oktober haben Drohnen im Schwarzen Meer nahe der bulgarischen Küste das unter liberianischer Flagge fahrende Handelsschiff CONTSHIP JET angegriffen. Nach Angaben der bulgarischen Behörden wurde das Schiff von drei Drohnen getroffen. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt: Alle 18 Besatzungsmitglieder wurden im Rahmen einer schnell durchgeführten Rettungsaktion in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher der griechischen Reederei, die das Schiff verwaltet, bestätigte, dass die Besatzung in Sicherheit ist, und dankte Bulgarien für die zügige Durchführung der Rettungsarbeiten.

Verlauf der Rettungsaktion

Die bulgarischen Behörden teilten mit, dass alle 18 Seeleute an Bord der CONTSHIP JET evakuiert werden konnten. Wie die Betreibergesellschaft mitteilte, ging ein Notruf ein und die Rettungsaktion wurde umgehend durchgeführt, wodurch Menschenleben gerettet wurden. Das Schiff, das nach den Angriffen mehrerer Drohnen beschädigt wurde, blieb im Seegebiet, während die Besatzung unter den Schutz der Rettungsdienste gestellt wurde.

Serie von Angriffen auf die Schifffahrt im Schwarzen Meer

Der Vorfall mit der CONTSHIP JET ist der jüngste in einer Reihe von Zwischenfällen mit Handelsschiffen im Schwarzen Meer in den letzten Wochen. Am Morgen des 23. Oktober sank vor der rumänischen Küste ein Handelsschiff, das von einer Drohne getroffen worden war; an Bord befanden sich 13 Besatzungsmitglieder — 10 ukrainische und drei aserbaidschanische Staatsbürger. Zuvor war am 15. Oktober unweit der rumänischen Stadt Sulina der unter der Flagge von San Marino fahrende Tanker Wine Trader in Brand geraten, der sich auf dem Weg von Tunesien nach Rumänien befand.

Umfassenderes Bild: Wiederholte Angriffe auf Schiffe

Berichten zufolge trafen Drohnen bereits am 6. Oktober zwei Handelsschiffe etwa 150 km von der bulgarischen Stadt Byala entfernt — die Able unter palauischer Flagge und die Alfa Watan unter togolesischer Flagge; eines davon sank, und seine Besatzung wurde als vermisst gemeldet. Der bulgarische Premierminister Rumen Radew bezeichnete den Vorfall als einen „eklatanten Verstoß gegen das Seerecht“. Zudem wurden Angriffe auf die Schiffe Chelsea 3 (Flagge Maltas) und EMIL verzeichnet, während nahe Noworossijsk ein unter kamerunischer Flagge fahrendes Schiff beschädigt wurde. Vor diesem Hintergrund kündigten die bulgarischen Behörden an, die NATO und die EU um Unterstützung bei den Ermittlungen zu bitten.

Bedeutung für die maritime Sicherheit

Die wiederholten Angriffe auf die zivile Schifffahrt im Schwarzen Meer verstärken die Besorgnis hinsichtlich der Sicherheit des Seeverkehrs in der Region. Jeder neue Angriff — sei es eine Beschädigung, ein Brand oder das Sinken eines Schiffes — erhöht die Risiken für Besatzungen und Ladung und wirft die Frage nach der Notwendigkeit koordinierter Anstrengungen zur Untersuchung und zum Schutz der Handelswege auf. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, wie die weiteren Schritte zur Gewährleistung der Schifffahrtssicherheit im Schwarzen Meer aussehen werden.