In dem ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta ereignete sich ein Vorfall mit einem amerikanischen Gastanker. Laut der britischen maritimen Sicherheitsfirma Ambrey wurde das Schiff von einer Drohne getroffen. Das ägyptische Ölministerium bestätigte einen Brand im Hafen, präzisierte in seiner offiziellen Erklärung jedoch weder die Ursache des Feuers noch erwähnte es einen Drohnenangriff.
Details des Vorfalls
Nach Angaben von drei Quellen, die mit Handelsoperationen vertraut sind, traf der Schlag das schwimmende Speicherterminal Energos Winter. Durch den Brand griff das Feuer auf ein benachbartes Schiff über – den Tanker Gaslog Salem. Zwei unabhängige Sicherheitsexperten bewerteten die wahrscheinliche Ursache der Explosion als einen Drohnenangriff.
Die britische Risikomanagementgruppe Vanguard präzisierte, dass Energos Winter von einem unbekannten Projektil an der rechten Bordseite getroffen wurde. Dies führte zu einem Brand, der später gelöscht werden konnte. Bisher hat sich niemand für den Angriff verantwortlich erklärt.
Kontext der Eskalation
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Spannungen in der Region. Der Angriff zeitlich mit jüngsten Ereignissen überein: einem Raketenangriff des Iran auf US-Truppen in Jordanien sowie Gegenangriffen der USA und Saudi-Arabiens auf pro-iranische Gruppen im Irak.
Die Situation wird durch Aussagen von Führern verschärft. Der US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit Vergeltung, während die jemenitische Huthi-Gruppierung eine Seeblockade Saudi-Arabiens verkündete. Experten gehen davon aus, dass sich der Konflikt mit neuer Kraft entzündet und Ausmaße annimmt, die seit Beginn der Bombardierungen des Iran durch die USA und Israel im Februar nicht mehr gesehen wurden.
Zu den betroffenen Schiffen
Das getroffene Schiff Energos Winter ist eine schwimmende Speicher- und Regasifizierungsanlage mit einer Kapazität von 138.250 Kubikmetern. Eigentümer des Schiffes ist die amerikanische Firma Energos Infrastructure. Technische Wartung, Sicherheitsfragen und kommerzieller Betrieb liegen in der Verantwortung einer anderen amerikanischen Struktur – Wilhelmsen Ship Management.
Diplomatischer Hintergrund
In der Nacht zum Mittwoch hatte der Iran bereits einen Ballistischen-Raketenangriff auf eine US-Stützpunkt im Nahen Osten durchgeführt. Dies war der erste solche Start seit der Ankündigung der Parteien in der vergangenen Woche, die Angriffe auszusetzen. Einen Tag zuvor hatte Trump über eine mögliche positive Entwicklung der Verhandlungen mit Teheran gesprochen, warnte jedoch gleichzeitig, dass Washington einen Notfallplan für den Fall eines Scheiterns der Diplomatie vorbereitet. Zuvor hatte er auch erklärt, dass die USA gezwungen sein würden, eine nukleare Anlage im Berg Pikaks zu zerstören, falls keine Vereinbarung erzielt wird.