Deutsche Strafverfolgungsbehörden haben die Identitäten von zwei Verdächtigen ermittelt, die einen Angriff auf ein ukrainisches Transportflugzeug am Flughafen Leipzig geplant haben sollen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung. Laut Ermittlungen haben beide Beschuldigten Verbindungen zu Russland: einer ist ein Mann russischer Herkunft mit lettischem Pass, der andere ein belarussischer Staatsbürger, der zusätzlich einen russischen Pass besitzt. Wie das Blatt berichtet, waren genau diese beiden an der Planung des Angriffs im August 2026 beteiligt.
Wer sind die Beschuldigten
Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat der lettische Staatsbürger russischer Herkunft Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Wahrscheinlich ist er Ende Juli über den Berliner Flughafen BER in die Bundesrepublik eingereist und hat sich anschließend mit einem gemieteten Fahrzeug nach Leipzig begeben. Zwei Tage vor dem gescheiterten Drohnenangriff verließ der Verdächtige den Ermittlungen zufolge erneut Deutschland. Der zweite Beschuldigte wurde anhand von DNA-Spuren am Tatort ermittelt: Er war mit einem italienischen Touristenvisum in das Land eingereist und besitzt Pässe aus Belarus und Russland. Allerdings, so berichten Informanten, bewerten die Ermittler die Aussicht auf eine strafrechtliche Verfolgung beider skeptisch.
Wie der Angriff nach Ermittlungsstand geplant war
Experten des Bundeskriminalamts (BKA) gehen davon aus, dass die Täter bei dem Angriff mehr Drohnen einsetzen wollten als zuvor angenommen. Dies deutet auf eine umfangreichere Vorbereitung hin, als ursprünglich vermutet. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt erklärte, der Angriff sei „professionell geplant' und mit „hohem technischem Fachwissen und erheblichem organisatorischem Aufwand' versucht worden. Den Worten zufolge weisen die gewonnenen Erkenntnisse auf Personen hin, die „im Namen russischer staatlicher Organe' handelten, die er als „Agenten niedriger Ebene' bezeichnete.
Offizielle Position Berlins und diplomatische Folgen
Am 1. September 2026 beschuldigte Deutschland Russland offiziell eines hybriden Drohnenangriffs auf den Flughafen Leipzig. In diesem Zusammenhang ergriff Berlin eine Reihe von Gegenmaßnahmen: Es schließt das russische Konsulat in Bonn, kündigt den Vertrag über das „Russische Haus' und leitet die Einführung neuer Sanktionen im Rahmen der EU ein. Damit hat sich der Vorfall von einem Strafverfahren zu einem diplomatischen Krisenfall zwischen der Bundesrepublik und Moskau entwickelt.
Widersprüchliche Angaben
Die Positionen der Beteiligten zur Natur des Vorfalls widersprechen sich. Auf der einen Seite behaupten die deutschen Behörden und Ermittlungsorgane, dass der Angriff gezielt, professionell vorbereitet und von Personen durchgeführt wurde, die im Namen russischer staatlicher Strukturen handelten, und dass die FPV-Drohne den verwundbarsten Teil des Flugzeugflügels – den Bereich der Treibstofftanks – traf. Auf der anderen Seite bezeichnete die russische Botschaft in Berlin das Geschehene als „eilig geplante Provokation' und leugnete damit faktisch die staatliche Beteiligung. Außerdem besteht eine Diskrepanz bei der Einschätzung des Umfangs: Zunächst wurde von einer Drohne mit Sprengstoff berichtet, während BKA-Experten nun annehmen, dass mehrere Geräte eingesetzt werden sollten. Diese Widersprüche in den Versionen und Zahlen erfordern weitere Überprüfung im Rahmen der Ermittlungen.
Was über den Angriff selbst bekannt ist
Den vorliegenden Informationen zufolge wurde in der Nacht zum 5. August 2026 am Flughafen Leipzig bei einem ukrainischen Frachtflugzeug An-124 eine Drohne mit Sprengstoff entdeckt, woraufhin der Flughafen vorübergehend seinen Betrieb einstellte. Berichtet wurde auch, dass die Ermittler eine weitere Drohne mit Sprengstoff fanden. Der Treffer der FPV-Drohne im Bereich der Flügel-Treibstofftanks deutet nach Einschätzung der Experten auf einen gezielten Charakter des Angriffs hin und nicht auf eine demonstrative „Warnung'. An Bord und in der Nähe des Flugzeugs waren, wie Fotos zeigen, ukrainische Frachtflugzeuge mit Aufschriften und nationaler Symbolik zu sehen, was die Zugehörigkeit des Flugzeugs zur ukrainischen Transportflotte bestätigt.