In der Nacht vom 2. auf den 3. September wurde in den Moskauer Flughäfen „Wnukowo“ und „Scheremetyevo“ ein Sondermodus für den Luftraum eingeführt – der Plan „Teppich“. Nach Berechnungen der Redaktion betrafen die Fahrplanänderungen mehr als 120 Flüge: etwa 40 Abflüge und über 80 Ankünfte. In mehrere Flugzeuge waren bereits Passagiere eingestiegen, bevor beide Flughäfen um 22:27 Uhr Ortszeit auf einen eingeschränkten Betrieb umgestellt wurden.
Massiver Drohnenangriff und Modus „Teppich“
Laut dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte die Luftabwehr am Abend des 2. September neun auf die Hauptstadt zufliegende Drohnen abgeschossen. Bis 00:27 Uhr am 3. September meldete der Stadtchef bereits zehn abgeschossene Drohnen. Der Plan „Teppich“ in Russland ist ein Sondermodus im Luftraum, der bei ernsthafter Bedrohung eingeführt wird – insbesondere während Drohnenangriffen oder beim Auftauchen unbekannter Luftobjekte. Nach seiner Erklärung müssen zivile Flugzeuge die zugewiesene Zone unverzüglich verlassen oder landen, und der Betrieb der Flughäfen kann vollständig eingeschränkt werden.
Ausmaß der Fahrplanstörungen
Insgesamt betrafen die Änderungen in den beiden Moskauer Drehkreuzen mehr als 120 Flüge. Einige Abflüge wurden gestrichen, eine erhebliche Zahl von Ankünften verzögert. Passagiere, die sich bereits an Bord befanden, mussten am Boden auf die Aufhebung der Einschränkungen warten. Solche massiven Störungen werden, wie Beobachter anmerken, in Phasen verstärkter Drohnenangriffe auf russische Städte immer häufiger.
Offizielle Stellungnahmen
Zur Erinnerung: Am 1. September erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass der russische Luftraum wegen der massenhaften Präsenz ukrainischer Drohnen für die zivile Luftfahrt gefährlich werde. Zuvor hatte RBC-Ukraine berichtet, dass die Zahl der Flugausfälle in den Moskauer Flughäfen nach Selenskyjs Erklärung zur „Schließung des Himmels“ über Russland stark angestiegen war; damals ging es um etwa 30 nicht stattgefundene Flüge. Das Ausmaß der Störungen stieg in den folgenden 24 Stunden also um ein Vielfaches.
Widersprüchliche Daten
Die Quellen nennen unterschiedliche Zahlen zu den betroffenen Flügen. Nach Berechnungen der Redaktion auf Basis aktueller Daten geht es um mehr als 120 Flüge (etwa 40 Abflüge und über 80 Ankünfte). Einige Medien, darunter RBC-Ukraine, verwenden in ihren Schlagzeilen die Formulierung „mehr als 100 Flüge“. Auch die Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen stimmen nicht überein: Zuerst wurde von neun, dann von zehn gesprochen. Der Unterschied lässt sich sowohl durch die schrittweise Präzisierung der Informationen als auch durch unterschiedliche Zählmethoden erklären. Die endgültigen genauen Zahlen wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht durch eine einheitliche offizielle Quelle bestätigt.
Kontext: Erklärungen Kiews und Reaktion des Marktes
Die Ereignisse spielen vor dem Hintergrund der Erklärungen Kiews über die systematische Auswirkung der Drohnenaktivität auf die Sicherheit der zivilen Luftfahrt in Russland. Für Passagiere bedeutet dies ein erhöhtes Risiko von Verspätungen und Ausfällen, für die Fluggesellschaften zusätzliche Kosten und eine Umstellung der Logistik. Experten empfehlen Passagieren, vor dem Abflug den Flugstatus in Echtzeit zu prüfen und einen Zeitpuffer für Umstiege einzuplanen.