Die Lage bezüglich der Ausbreitung des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) verschlechtert sich rapide. In den letzten zwei Wochen sind die Sterblichkeits- und Infektionszahlen um fast 67 % gestiegen. Laut Angaben des nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit haben die bestätigten Todesfälle bis zum 23. Juli die Marke von 1000 Menschen überschritten.
Plötzlicher statistischer Anstieg
Die Dynamik der Epidemie bereitet internationalen Experten ernste Sorgen. Insgesamt wurden im Land bisher 2536 Infektionsfälle bestätigt. Zum Vergleich: Noch am 22. Juli wurden offiziell 999 Tote gemeldet, und vor nur wenigen Wochen lag diese Zahl etwa zwei Drittel niedriger.
Besonders bedenklich ist die Tatsache, dass der aktuelle Ausbruch durch den seltenen Bundibugyo-Stamm verursacht wird. Für diesen existieren derzeit keine zugelassenen Impfstoffe oder spezifischen Behandlungsmethoden. Experten schätzen, dass die Letalität dieses Stammes bis zu 40 % betragen könnte.
Krise in den östlichen Provinzen
Der epidemiologische Herd konzentriert sich hauptsächlich auf die östlichen Regionen – die Provinzen Ituri und Nord-Kivu. Die Arbeit von medizinischem Personal und Epidemiologen in diesen Zonen wird durch eine Reihe kritischer Faktoren erschwert:
- Angriffe bewaffneter Gruppen, die im Osten des Landes operieren.
- Angriffe auf medizinische Einrichtungen und das Personal.
- Ein akuter Mangel an notwendigen Medikamenten und Ausrüstung.
- Die massenhafte Verbreitung von Desinformation unter der lokalen Bevölkerung.
Wegen der instabilen Sicherheitslage und des Misstrauens der Menschen gegenüber Ärzten gelingt es nicht, alle Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Dies schafft günstige Bedingungen für eine weitere unkontrollierte Ausbreitung des Virus.
Lage in der Region und globale Prognosen
Während die Epidemie in der DRK an Fahrt aufnimmt, hat das Nachbarland Uganda die Situation unter Kontrolle gebracht. Auch in dieses Land gelangten vereinzelte Infektionsfälle, jedoch wurden dort seit Ende Juni keine neuen Ansteckungen verzeichnet. Uganda hat bereits den 42-tägigen Beobachtungszeitraum eingeleitet, der für die offizielle Erklärung des Endes der Epidemie erforderlich ist.
Die globale Bedrohung bleibt bestehen. Im Juni wurde der erste Fall des Ebola-Virus in Europa bekannt, der bei einem Mann in Frankreich entdeckt wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass der neue Ausbruch in Afrika riskiert, die katastrophale Epidemie des Jahres 2014 zu übertreffen.