In der Region Dnipropetrowsk hat sich ein neuer Skandal entfacht, der die Verletzung der Rechte vulnerabler Bevölkerungsgruppen in Kriegszeiten betrifft. Laut dem Bevollmächtigten der Werchowna Rada für Menschenrechte, Dmytro Lyubynets, wurde ein 17-jähriges Waisenmädchen in Dnipro ohne Aufsicht zurückgelassen, da ihr einziger Vormund von Vertretern des Territorialen Zentrums für Mobilisierung und Rekrutierung (TCK) festgenommen und zur allgemeinen militärischen Ausbildung verbracht wurde.
Situation des 17-jährigen Waisenkindes in Dnipro
Dem im Telegramm veröffentlichten Statement des Ombudsmannes zufolge ereignete sich der Vorfall genau dann, als das Mädchen auf ihren Vormund wartete. Der Mann, der als Einziger für den Unterhalt und die Erziehung des Minderjährigen verantwortlich war, wurde unerwartet von Mitarbeitern des TCK festgenommen. Später konnte er dem Kind telefonisch mitteilen, dass er in das Rekrutierungszentrum gebracht wird. In Panik und Verwirrung begab sich das 17-jährige Mädchen eigenständig zum TCK, um sich über die Situation zu informieren und ihren Vormund zu finden.
Dmytro Lyubynets betonte, dass es schwer vorstellbar ist, in welchem psychischen Zustand sich ein Kind in einer solchen Situation befindet. „Die Mobilisierung ist eine Notwendigkeit, doch der Krieg hebt die Rechte des Kindes nicht auf', unterstrich der Ombudsmann und forderte eine sofortige Reaktion auf diesen eklatanten Vorfall.
Reaktion der Behörden und Beginn der Ermittlungen
Der Vertreter des Ombudsmannes in der Region Dnipropetrowsk, Alexej Urlatkin, hat bereits mit der Aufarbeitung der Situation begonnen. Offizielle Anfragen wurden an den Dienst für Kinderangelegenheiten des linksufrigen Teils des Stadtrats von Dnipro sowie an das regionale TCK und die Sicherheitspolizei (SP) in Dnipropetrowsk gerichtet. Die Hauptfrage für die Ermittlungen lautet, wer und wie die Rechte des 17-jährigen Kindes gewährleisten wird, nachdem sein einziger Vormund zur Armee eingezogen wurde.
Dmytro Lyubynets bezeichnette das Geschehene als „Folgen der gescheiterten Reform der ehemaligen Führung des Verteidigungsministeriums'. Nach seinen Worten kann ein System, das präzise und transparent funktionieren sollte, Menschen und ihre Angehörigen nicht ohne Antworten lassen, insbesondere wenn es um ein minderjähriges Kind geht. Der Ombudsmann forderte die sofortige Behebung der Situation und die Verhinderung ähnlicher Vorfälle in Zukunft.
Widersprüchliche Daten
Obwohl der Hauptvorfall in Dnipro durch die Aussage des Menschenrechtsbeauftragten bestätigt wurde, gibt es Uneinigkeiten in den Details und dem Kontext. Einerseits behauptet Lyubynets, dass der Vormund festgenommen und zur Ausbildung geschickt wurde, was zur Aufsichtslücke des Kindes führte. Andererseits wird in einigen Quellen erwähnt, dass der Konflikt zwischen dem TCK und einem Geschäftsmann in Dnipro andere Ursachen haben könnte und die Details der Festnahme abweichen könnten.
Zusätzlich wurden in der Region Tscherkassy in der letzten Woche 7 Fälle möglicher Menschenrechtsverletzungen und Straftaten durch Beamte des Zvenyhorodskyi RTCK und SP registriert. Die Region Odessa belegt in der Ukraine den ersten Platz in Bezug auf die Anzahl der Beschwerden über mögliche illegale Handlungen von Mitarbeitern des TCK. Diese Daten deuten auf ein systemisches Problem hin, aber die spezifischen Details jedes Falls können variieren.
Systemisches Problem und neue Verdächtige
In dem Fall von Folter und illegaler Inhaftierung von Personen in TCKs in der Region Odessa tauchten neue Verdächtige auf. Das Detektivbüro für Ermittlungen (DBR) stellte die Beteiligung von vier weiteren Mitarbeitern des Rekrutierungszentrums an Straftaten gegen Zivilisten fest. Dies zeigt, dass das Problem nicht auf eine Region beschränkt ist und einen ganzheitlichen Ansatz zur Lösung erfordert.
Dmytro Lyubynets betont, dass die Situation unverzüglich behoben und ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindert werden müssen. Ein System, das präzise und transparent funktionieren sollte, kann Menschen und ihre Angehörigen nicht ohne Antworten lassen, insbesondere wenn es um ein minderjähriges Kind geht. Der Ombudsmann fordert eine sofortige Reaktion auf diesen eklatanten Vorfall und eine sorgfältige Untersuchung aller Umstände.