In der Nacht zum 7. September 2026 griffen russische Besatzungstruppen das Einkaufszentrum City Mall in Saporischschja mit unbemannten Fluggeräten an. Laut Augenzeugen und Rettungsdiensten trafen gegen 00:30 Uhr drei Schlägerdrohnen vom Typ „Schahed“ das Gebäude. Infolge der Treffer brach im Inneren des Einkaufskomplexes ein Großbrand aus, der den Einsatz erheblicher Kräfte der ukrainischen Katastrophenschutzbehörde (DSNS) erforderte.

Ausmaß der Zerstörung und Arbeit der Rettungskräfte

Wie die staatliche ukrainische Behörde für Notfälle mitteilte, entstanden nach dem Drohnentreffer sechs Brandherde auf einer Gesamtfläche von rund 700 Quadratmetern. Die Feuerwehreinheiten arbeiteten bei der Brandbekämpfung unter Bedingungen beschädigter Konstruktionen und verrauchter Räume. Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Rettungskräfte befand sich der Großteil des Bereitschaftspersonals im Schutzraum, wodurch Menschenopfer unter den Mitarbeitern des Einkaufszentrums verhindert werden konnten.

Augenzeugenbericht: „Sehen Sie selbst, was da ist“

Als einer der Ersten berichtete Wladimir, ein Mitarbeiter des City Mall und Flüchtling aus Huljajpole, über die Folgen des Angriffs. Seinen Worten zufolge kamen um halb zwei nachts drei „Schahed“-Drohnen, woraufhin sofort Feuerwehrkräfte zur Brandbekämpfung eintrafen. Der Mann bemerkte, dass er nach dem Umzug aus seiner Heimatstadt Huljajpole in das Oblastzentrum aufgrund der systematischen russischen Beschussaktionen erneut in einer Risikozone befinde. „Und das war’s. Sehen Sie selbst, was da ist“, fasste er zusammen und wies auf die Zerstörungen im Gebäude.

Ware, die nicht rechtzeitig abgeholt werden konnte

Besonders dramatisch ist die Tatsache, dass die lokalen Unternehmer aufgrund der regelmäßigen Luftalarme und des strikten Verbots, während der Gefahr in Gebäuden zu bleiben, keine Möglichkeit hatten, ihre Ware aus den Verkaufsstellen abzuholen. Nach dem erneuten Drohneneinschlag und dem darauffolgenden Brand wissen die Ladenbesitzer im City Mall nicht, ob sie in absehbarer Zeit ihre Arbeit wieder aufnehmen können und in welchem Zustand die übrig gebliebene Ware und das Inventar sind. Tatsächlich hat der Angriff auf das bereits stillgelegte Einkaufszentrum ein potenzielles Risiko in direkte materielle Verluste für Dutzende kleine und mittlere Unternehmer verwandelt.

Kontext: Betriebsunterbrechung und Angriffe auf zivile Objekte

Erinnerung: Bereits am 2. September 2026 hatte das Einkaufszentrum City Mall, betrieben von der Firma Arricano, die vorübergehende Einstellung des Betriebs bis Ende September wegen der aktuellen Sicherheitslage bekanntgegeben. Das Unternehmen begründete diese Entscheidung mit der erheblichen Zunahme russischer Angriffe auf zivile Objekte, darunter auch Einkaufskomplexe, im vergangenen Monat. Ein weiterer Faktor, so die Vertreter von Arricano, war der Angriff auf den Hypermarkt „Epizentr“, der unmittelbar neben dem City Mall in Saporischschja liegt. Damit war der nächtliche Angriff am 7. September nicht mehr der erste direkte Treffer in die Infrastruktur, die mit diesem Einkaufscluster verbunden ist.

Was kommt auf die Unternehmer zu

Derzeit befinden sich die Betreiber der Verkaufsstellen im City Mall in einer unsicheren Lage. Der Großbrand auf 700 Quadratmetern, die Beschädigung der Konstruktionen und die Zerstörung der Warenvorräte machen eine Wiederaufnahme des Betriebs im bisherigen Format äußerst schwierig. Die Fragen nach den Fristen für die Wiederherstellung, den Entschädigungen und der weiteren Zukunft des Einkaufszentrums bleiben offen, und die Unternehmer sind gezwungen, ihre Verluste unter Bedingungen anhaltender Luftalarme und Zugangsbeschränkungen zu den Räumen zu bewerten.