Die Ereignisse im Mittelmeer haben eine neue Eskalation der Spannungen erfahren. Am 20. Juli haben die Kräfte der EU-Mission EUNAVFOR MED IRINI den Öltanker MV SOUTH STAR festgenommen. Laut offiziellen Quellen wird das Schiff des Fahrens unter fremder Flagge verdächtigt, was eine direkte Verletzung des internationalen Seerechts darstellt.
Dies teilte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, in ihrem Mikroblog mit. Die Festnahme ist ein Beweis für die Entschlossenheit Brüssels, den Druck auf den sogenannten „Schattenflotten“ Russlands zu erhöhen, die, so die Ansicht europäischer Diplomaten, weiterhin die russische Kriegsmaschine finanzieren.
Neue Befugnisse für die EU-Flotte
Die Festnahme der MV SOUTH STAR war nur ein Episode einer umfassenden Kampagne. Parallel zu diesem Ereignis haben die Mitgliedstaaten der EU eine wichtige Entscheidung getroffen, die die Möglichkeiten der europäischen Streitkräfte auf See erweitert. Die Länder der Union haben der Operation EUNAVFOR ATALANTA offiziell erlaubt, an Bord von Schiffen zu gehen, die dem russischen Schattenflotten zugeordnet werden.
Die Seestreitkräfte von ATALANTA haben nun das Recht, die Flaggen der Schiffe zu überprüfen und an Bord zu gehen, wobei sie dieselben Protokolle verwenden wie die Operation IRINI. Kaja Kallas nannte diese Entscheidung einen Schritt, der den „Strick um den illegalen Export russischer Ressourcen noch enger zieht“.
Systematischer Druck auf die Umgehung von Sanktionen
Der Kampf gegen den Schattenflotten ist seit mehr als einem Jahr eine systematische Aufgabe für die Europäische Union. Die Europäische Kommission und die Außenministerien der Teilnehmerländer betrachten Tanker, die den tatsächlichen Eigentümer der Ladung verbergen, als ein Schlüsselinstrument zur Umgehung der westlichen wirtschaftlichen Beschränkungen.
Der diplomatische Druck wird durch konkrete Sanktionsmaßnahmen untermauert. Im Juni dieses Jahres hat die EU ein neues Sanktionspaket gegen 24 Organisationen und zwei natürliche Personen verabschiedet, die direkt mit dem Export russischen Öls über Geisterschiffe in Verbindung stehen. Die Ereignisse im Mittelmeer zeigen, dass Europa von bloßen Erklärungen zu aktiven Maßnahmen zur physischen Blockierung solcher Transporte übergeht.