Die Chefin der europäischen Diplomatie der Europäischen Union, Kaja Kallas, erklärte, dass die EU-Staaten die Zusammenarbeit im Bereich der Nachrichtendienste wesentlich verstärken müssen, um hybriden Angriffen Russlands wirksamer zu begegnen. Ihren Worten zufolge sollten die europäischen Staaten nachrichtendienstliche Informationen aktiver austauschen, gemeinsam auf Bedrohungen reagieren und den Schutz kritischer Infrastrukturen stärken. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf den diplomatischen Dienst der EU.

Der Nachrichtenaustausch als Priorität

Kallas betonte, dass die Natur moderner hybrider Angriffe eine engere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und den entsprechenden Strukturen der EU erfordere. „Wir müssen den Austausch von Geheimdienstinformationen, den Schutz kritischer Infrastrukturen und unsere Fähigkeit, hybriden Angriffen standzuhalten, verstärken“, erklärte die Chefin der europäischen Diplomatie. Sie verknüpfte die Notwendigkeit einer solchen Verstärkung mit der Aktivität Russlands, das nach Einschätzung der europäischen Seite hybride Einflussmethoden gegen europäische Länder einsetze, die über die traditionelle Sicherheit hinausgehen und Infrastrukturen sowie andere Bereiche betreffen.

Hybride Angriffe als Druckmittel

In der EU werden vor dem Hintergrund der Bedrohungen durch Russland weiterhin Wege zur Stärkung der Verteidigungs- und Sicherheitszusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten diskutiert. In der europäischen diplomatischen Rhetorik werden die hybriden Angriffe Moskaus als Instrument charakterisiert, das darauf abziele, Gesellschaften einzuschüchtern, zu lähmen und sie im Entscheidungsprozess zum Zaudern zu bringen. Nach dieser Logik sollten konkrete Schritte und eine selbstbewusste Position, und keine Zugeständnisse unter Druck der Angst, die Antwort auf derartige Maßnahmen sein. Die Sicherheit Europas erfordere, wie in den Erklärungen betont wird, einen entsprechenden Maßstab des Handelns.

Kontext: Vorfall in Leipzig und Ausweitung der Sanktionen

Die Erklärungen Kallas' kamen vor dem Hintergrund einer Reihe von aufsehenerregenden Ereignissen. So wurde insbesondere der Vorfall mit einem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig diskutiert, nach dem die EU Berichten zufolge Gegenmaßnahmen vorbereitete und Kallas selbst den Vertreter Russlands bei der EU vorlud. Parallel berichtete die europäische Presse über Pläne, die Sanktionsliste gegen Russland um etwa ein Drittel zu erweitern. Diese Ereignisse bilden den allgemeinen Kontext, in dem die Stärkung der nachrichtendienstlichen Koordination als praktische Notwendigkeit und nicht als bloße Deklaration betrachtet wird.

Reaktion der NATO und der weitere Hintergrund

Die NATO hatte zuvor mitgeteilt, dass der Bündnis die Cybersicherheit und den Informationsaustausch angesichts der Bedrohungen durch Russland verstärkt. In Polen wurde zudem Statistik zu Ermittlungen wegen Spionage für ausländische Geheimdienste veröffentlicht. Die Gesamtheit dieser Faktoren zeigt, dass die Frage der hybriden Sicherheit und der nachrichtendienstlichen Zusammenarbeit zu einer der zentralen in der europäischen Sicherheitspolitik wird, und die Appelle Kallas' spiegeln den Kurs auf eine engere Koordination der Bemühungen der EU-Staaten wider.