Die Strategie der Europäischen Union zur Eindämmung Russlands könnte sich grundlegend ändern. Insider berichten, dass Brüssel bereit ist, die seit Jahren vorherrschende Praxis der Vorbereitung umfassender Sanktionspakete aufzugeben. Grund für die Überarbeitung des Ansatzes sind interne Uneinigkeiten: Griechenland blockierte mehrere Wochen lang die Verabschiedung des 21. Pakets, und ein Drittel der Mitgliedstaaten des Blocks stellte ebenfalls eigene Forderungen.
Warum der Mechanismus der 'großen Pakete' versagt hat
Der Prozess der Genehmigung von Beschränkungen hat sich erheblich verlangsamt, was die Möglichkeit der Verabschiedung neuer Sanktionen im bisherigen Format in Frage stellt. Anonyme Quellen behaupten, dass die EU statt der Vorbereitung umständlicher Dokumente möglicherweise dazu übergehen wird, Maßnahmen in kleinen thematischen Gruppen voranzutreiben.
Diese taktische Kursänderung soll das Hauptproblem des Konsenses lösen: das Risiko verringern, dass ein einzelnes Land das gesamte Paket aufgrund eigener wirtschaftlicher Interessen blockiert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das letzte Woche verabschiedete 21. Sanktionspaket gegen Russland das letzte in diesem Format sein wird.
„Es ist bereits offensichtlich, dass dieser Ansatz nicht mehr funktioniert', so ein Insider, der die Notwendigkeit betonte, das diplomatische Instrumentarium an die aktuelle politische Realität anzupassen.
Was im 21. Paket enthalten war und warum es das 'letzte' sein könnte
Am 23. Juli verabschiedete der Rat der EU schließlich neue Sanktionen gegen Russland, die die umfassendsten Beschränkungen der letzten vier Jahre darstellen. Zu diesem Paket, das interne Barrieren überwand, gehörten:
- 48 natürliche Personen;
- 170 Organisationen;
- Die Aussetzung der automatischen Anpassung des Mechanismus zur Preisobergrenze für Öl.
Die Chefin der europäischen Diplomatie, Kaja Kallas, hat bereits erklärt, wie genau die neuen Beschränkungen funktionieren werden, und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, enthüllte einen der wichtigsten Trumpf dieses Pakets, das darauf abzielt, den Druck auf die russische Wirtschaft zu erhöhen.
Zuvor berichtete RBK-Ukraine über die Gründe, warum die neuen Sanktionen so lange nicht verabschiedet werden konnten. Jetzt, da der politische Wille der Mitgliedstaaten auf wirtschaftliche Realitäten trifft, sucht Brüssel nach neuen Wegen zur Umsetzung seiner Sanktionspolitik und verzichtet auf totale Blockaden zugunsten gezielter, thematischer Schläge.