Das Ministerium für digitale Transformation der Ukraine kündigt eine radikale Verschärfung der Kontrolle über die Einberufungsausschreibung von Mitarbeitern im Technologiesektor an. Die Ministerin des Ressorts, Oksana Fertschuk, erklärte, dass der Staat dazu übergeht, Manipulationen mit den Listen der Wehrpflichtigen zu unterbinden, bei denen Unternehmen den tatsächlichen Personalbestand kürzen, aber die staatliche Einberufungsausschreibung für entlassene Spezialisten weiter aufrechterhalten.
Digitaler Audit und Synchronisation mit dem Finanzamt
Anlass für die harte Reaktion des Ministeriums für digitale Transformation waren die Ergebnisse eines landesweiten Audits von Unternehmen mit dem Status 'kritisch wichtig'. Es stellte sich heraus, dass Unternehmen vor dem Hintergrund eines anhaltenden Rückgangs des IT-Exportvolumens Personal massenhaft entließen, jedoch 'vergessen' hatten, das Wirtschaftsministerium über die Annullierung der Einberufungsausschreibungen für ehemalige Mitarbeiter zu informieren. Infolgedessen blieben hunderte entlassene Spezialisten weiterhin legal als eingetragene Personen registriert, ohne Einnahmen in den Staatshaushalt zu bringen.
Um diese Lücke zu schließen, wird ab Montag, dem 17. August 2026, ein durchgängiges Überwachungssystem eingeführt. Die Plattform 'Diia.Bronjuwanna' (Diia.Einberufungsausschreibung) verfügt nun über eine direkte Integration mit den Datenbanken der Staatlichen Steuerverwaltung und der Pensionskasse. Das System überwacht nun in Echtzeit die Zahlung des einheitlichen Sozialbeitrags (ESV). Sobald die Entlassung eines Mitarbeiters oder seine Versetzung in einen unbezahlten Urlaub bestätigt wird, wird seine Einberufungsausschreibung im Register 'Oberyh' innerhalb von 24 Stunden automatisch annulliert.
Kollektive Bestrafung für die Verschleierung des Personalbestands
Ministerin Fertschuk hat die Führungskräfte der IT-Branche ausdrücklich auf die persönliche Verantwortung hingewiesen. Wenn bei der automatischen Prüfung festgestellt wird, dass ein Unternehmen die tatsächliche Personalreduzierung vorsätzlich verschleiert hat und die Anzahl der eingetragenen Personen den gesetzlichen Grenzwert von 50 % der aktuellen Mitarbeiterzahl überschreitet, werden Sanktionen sofort verhängt.
Ein solches Unternehmen wird einseitig des Status 'kritisch wichtig' beraubt, was den sofortigen Widerruf der Einberufungsausschreibung für das gesamte Personal nach sich zieht. Die Regierung reinigt systematisch das System von 'Grauzonen' im Vorfeld der Winterkampagne und macht der Wirtschaft klar: Staatlicher Schutz wird ausschließlich denen gewährt, die die wirtschaftliche und digitale Verteidigung des Landes unmittelbar sicherstellen.
Widersprüchliche Daten
Es gibt Uneinigkeiten bei der Interpretation des Inkrafttretens der neuen Regeln. Die offizielle Erklärung von Oksana Fertschuk weist auf den Start der automatischen Synchronisation ab dem 17. August 2026 hin. Allerdings berichten einige branchenspezifische Quellen und Vertreter von IT-Verbänden, dass die technische Bereitschaft des Systems 'Diia' für eine vollständige Integration mit den Registern der Staatlichen Steuerverwaltung frühestens Ende des Monats abgeschlossen sein könnte. Gleichzeitig bestehen Vertreter der Regierung auf einem sofortigen Übergang zu strenger Kontrolle und behaupten, dass die aktuellen Algorithmen bereits die Erkennung von Diskrepanzen im Stellenplan ermöglichen.
Kontext der 'Steuer auf Einberufungsausschreibung'
Die Verschärfung der Kontrolle erfolgt parallel zur Vorbereitung des Parlaments auf die Annahme eines Gesetzes über die wirtschaftliche Einberufung, das im Parlament stockt. Die Regierung versucht, die kostenlosen IT-Kontingente von illegalen Begünstigten maximal zu säubern, um die Branche entweder zu höheren militärischen Abgaben für jeden Spezialisten zu zwingen oder die Arbeitsdisziplin streng einzuhalten.