Im Süden Libans wurden Erdstöße aufgezeichnet, die von der US Geological Survey (USGS) als Erdbeben der Stärke 4,1 bewertet wurden. Laut Angaben der Times of Israel, auf die RBC-Ukraine verweist, wurde die seismische Aktivität unmittelbar nach Berichten über eine Reihe starker Explosionen im Süden des Landes registriert. AFP-Journalisten vor Ort berichteten von einer starken Explosion, die spürbare Erdstöße verursachte, und Israels Verteidigungsminister Israel Katz veröffentlichte Fotos, auf denen eine Feuerkugel zu sehen ist, die am Himmel über der Region explodierte.

Erdstöße nach Angriffen

Die zeitliche Übereinstimmung des seismischen Ereignisses mit den Berichten über Explosionen ermöglicht es, das Erdbeben mit der Sprengung unterirdischer Objekte in Verbindung zu bringen. Die von der USGS registrierte Stärke von 4,1 ist typisch für lokale technologische oder Explosionsstöße und nicht für ein natürliches tektonisches Erdbeben. Deshalb ordnete die US Geological Survey die Aufnahme den Berichten über starke Explosionen im Süden Libans zu und nicht einem natürlichen Herd.

Erklärung der IDF

Die Pressestelle der israelischen Armee (IDF) erklärte, Tunnel der Hisbollah in Liban gesprengt zu haben, und stellte entsprechende Aufnahmen bereit. Laut der offiziellen Mitteilung wurde die unterirdische Infrastruktur im Bereich des Ghari al-Tahir-Gebirges im Süden des Landes gesprengt. In der Erklärung wird betont, dass die „IDF die unterirdische Infrastruktur im Bereich des Ghari al-Tahir-Gebirges beseitigt hat“, was aus Sicht Tel Avivs darauf abzielt, das Tunnelsystem zu zerstören, das von der libanesischen Bewegung genutzt wird.

Widersprüchliche Daten

In der Beschreibung der Operation am Ghari al-Tahir-Gebirge weichen die Versionen der beteiligten Seiten und verschiedener Medien voneinander ab. Die IDF und die USGS betonen die Sprengung und Zerstörung der unterirdischen Infrastruktur, während RFI dasselbe Ereignis als „Einnahme“ eines unterirdischen Hauptquartiers der Hisbollah unter dem Ghari al-Tahir-Gebirge durch die IDF beschreibt. Das heißt, dieselbe Handlung wird entweder als Zerstörung oder als Einnahme des Objekts beschrieben. Außerdem wird in den RFI-Materialien vom 7. September 2026 über eine Eskalation im Süden Libans mit Gegenschlägen der IDF auf Drohnen der Hisbollah und 11 Getöteten berichtet, während in den Berichten über die Sprengung der Tunnel und das Erdbeben keine Opferzahlen angegeben werden. Somit stimmen der Charakter der Operation und ihre menschlichen Verluste in den öffentlichen Quellen nicht überein.

Kontext: Waffenruhe und internationale Mission

Die Ereignisse spielen sich vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenruhe-Regimes ab: Am 19. Juni einigten sich Israel und die Hisbollah nach Angaben über die Wiederaufnahme der Waffenruhe in Liban, nachdem die Feuerpause aufgrund eines Konfliktausbruchs gescheitert war. Im Juli berichteten Medien, dass US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu aufforderte, den Truppenabzug aus Teilen Syriens und Libans zu beginnen, da Washington die Militärpräsenz in diesen Gebieten als Faktor ansieht, der die regionale Spannung verschärft. Im August einigten sich Israel und Liban darauf, dass Großbritannien, Italien, die Schweiz und Indonesien potenzielle Teilnehmer einer internationalen Mission zur Überprüfung der Entwaffnung der Hisbollah werden könnten.

Eskalation um die Entwaffnung

Die Wurzeln des Konflikts reichen bis zum Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023, nachdem die von Iran unterstützte Hisbollah begann, Israel regelmäßig aus dem Süden Libans zu beschießen, unter Berufung auf die Unterstützung der Palästinenser, und im Jahr 2024 der Konflikt in ein großangelegtes militärisches противостояние überging. Israel betrachtet die Präsenz und Bewaffnung der Hisbollah an seiner Grenze als direkte Bedrohung und fordert weiterhin ihre Entwaffnung, während sich die Bewegung historisch als Widerstand gegen Israel positioniert. Vor dem Hintergrund neuer Angriffe rief die Hisbollah, laut Kommersant, Liban auf, die Verhandlungen mit Israel zu verlassen, was auf eine weitere Verschlechterung der Verhandlungsspur hinweist.