Starfish Space hat die Vorbereitungen für den Start des ersten Inspektionssatelliten der Otter-Serie abgeschlossen und das Modell im Seattle Aquarium präsentiert. Dieses innovative Raumschiff soll nicht nur beschädigte oder ausgediente Objekte in der Erdumlaufbahn untersuchen, sondern auch als Raumschlepper fungieren, der sie sicher auf neue Umlaufbahnen bringt oder zum Verglühen in die Erdatmosphäre lenkt. Diese Initiative zielt darauf ab, die Raumfahrt grundlegend zu verändern und der Ära reiner Einweg-Weltraummissionen ein Ende zu setzen.

15 Millionen Dollar NASA-Förderung und Missionsdetails

Der offizielle Start der Mission ist für den 1. Oktober von der Vandenberg Space Force Base im sonnigen Kalifornien im Rahmen der SpaceX Transporter-18-Mission geplant. Die Entwicklung und Produktion des Raumschiffs kostete 15 Millionen US-Dollar und wurde von der NASA im Rahmen des SSPICY-Programms (Small Spacecraft Propulsion and Inspection Capability) finanziert. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen eng mit US-Verteidigungsbehörden zusammen.

Technische Ausstattung und innovative Systeme

Das kompakte Otter-Gerät wiegt zwischen 300 und 335 Kilogramm und hat in etwa die Größe eines Küchenofens, ergänzt durch massive Solarzellen. Die Hauptaufgabe im Rahmen des aktuellen Programms besteht darin, sich inaktiven Raumfahrzeugen anzunähern und diese visuell zu inspizieren. Dafür nutzt das System den fortschrittlichen CETACEAN-Kompass mit Computer Vision sowie das Navigationssystem CEPHALOPOD zur Berechnung sicherer Manövertrajektorien. Das robotische System Manta und der Nautilus-Greifmechanismus sollen künftig das Andocken an Objekte ermöglichen, die ursprünglich nicht für die Wartung ausgelegt waren.

Widersprüchliche Daten

In offenen Quellen und offiziellen Berichten gibt es gewisse Diskrepanzen bezüglich der genauen Liste der Objekte, die das Otter-Raumschiff während der ersten Flugphase inspizieren wird. Vertreter von Starfish Space erklären, dass die Zielobjekte bereits aus einer vorläufigen Liste ausgewählt wurden, die endgültige Entscheidung jedoch erst kurz vor oder nach dem Erreichen der Umlaufbahn getroffen wird. Branchenexperten weisen indessen darauf hin, dass aus Gründen der nationalen Sicherheit Priorität für ausgediente US-Militärsatelliten und kommerzielle Geostationärsatelliten gelten dürfte, wobei die genaue Reihenfolge streng geheim gehalten wird.

Kommerzialisierung und Skalierung

Der erfolgreiche Start von Otter markiert für das 2019 von ehemaligen Blue Origin-Mitarbeitern gegründete Startup den Übergang von experimentellen Tests zu kommerziellen Raumfahrtdiensten. Mittlerweile ist das Team auf 120 Mitarbeiter angewachsen. Parallel zur ersten Mission werden mindestens fünf weitere baugleiche Satelliten gefertigt, was die hohe Nachfrage nach Technologien zur Weltraummüllbeseitigung und Satellitenwartung unterstreicht.