Am 14. Juli erschien erstmals der Kampfflugzeug der neuen Generation Eurofighter Tranche 4 am Himmel über dem deutschen Flugplatz Manching. Dieses Ereignis markierte einen Meilenstein in der Entwicklung eines der ehrgeizigsten europäischen Luftfahrtprogramme. Das von Airbus entwickelte Flugzeug verbrachte etwa eine Stunde in der Luft und bestand die Ersttests erfolgreich.

Der Flug wurde im Rahmen des Programms Quadriga durchgeführt, das von der deutschen Luftwaffe initiiert wurde. Die Experten nutzten die Flugzeit, um die Funktionsweise der Triebwerke, der Hydraulik- und elektrischen Systeme sowie der Flugsteuerungsalgorithmen zu überprüfen. Der erfolgreiche Abschluss des Tests bestätigte die Bereitschaft der Technik für die weiteren Zertifizierungsphasen.

Auftragsgeografie und Modernisierungspläne

Aufträge für die neue Modifikation haben bereits drei der vier Länder des Eurofighter-Konsortiums erteilt: Deutschland, Italien und Spanien. Jedes Land verfolgt bei der Modernisierung seiner Flotte eigene strategische Ziele:

  • Deutschland und Italien planen den Ersatz der veralteten Kampfflugzeuge der Version Tranche 1 durch leistungsfähigere Modelle.
  • Spanien hat 45 Flugzeuge der Tranche 4 bestellt, um seine Kampfflotte zu verstärken.
  • Italien wird 24 solcher Kampfflugzeuge erwerben.

Das Vereinigte Königreich hat bisher keine neue Modifikation für den eigenen Bedarf bestellt, unterstützt jedoch den Verkauf von 20 Flugzeugen an die Türkei. Die Lieferungen im Rahmen des Programms Quadriga beginnen in diesem Jahr nach Abschluss der Typzertifizierung. Alle 38 Flugzeuge, einschließlich 30 einsitziger und 8 zweisitziger Maschinen, sollen bis 2030 an den Kunden übergeben werden.

Technologischer Vorsprung: Radar der nächsten Generation

Der Hauptvorteil des Eurofighter Tranche 4 wird die Ausstattung mit dem Bordradar Hensoldt ECRS mit aktivem Phased-Array (AESA) sein. Medienberichten zufolge wird dieses System dem Kampfflugzeug einen erheblichen Vorteil gegenüber russischen Flugzeugen der vierten Generation wie Su-35S und Su-30SM verschaffen.

Das Radar mit AESA zeichnet sich durch hohe Zuverlässigkeit aufgrund fehlender beweglicher Teile aus. Es ermöglicht eine effizientere Zielerkennung, den gleichzeitigen Kampf gegen mehrere Ziele und verfügt über eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Gegenmaßnahmen.

Die erhöhte Entfernungsreichweite ist entscheidend für den Einsatz von Luft-Luft-Raketen großer Reichweite wie der MBDA Meteor. Es wird erwartet, dass das Kampfflugzeug mit dieser Rakete Ziele auf einer Distanz von etwa 200 km bekämpfen kann.

Wirtschaftlichkeit des Projekts und Produktionsaussichten

Der Eurofighter Typhoon gehört traditionell zu den teuersten Kampfflugzeugen der Welt. Der Preis eines Flugzeugs variiert je nach Ausstattung und Vertragsbedingungen:

  • Laut WION beträgt der Basispreis etwa 117 Millionen US-Dollar.
  • Nach Informationen von Reuters kann der Exportpreis, einschließlich Bewaffnung, Personaltraining und technischer Unterstützung, 300 Millionen US-Dollar übersteigen.

Die Produktion beschränkt sich nicht auf die aktuelle Phase. Das Airbus-Werk in Manching wird auch 20 Kampfflugzeuge der Tranche 5 herstellen, die im Jahr 2025 bestellt wurden. Die Lieferungen werden bis 2034 andauern, was die Relevanz der Plattform für Jahrzehnte garantiert. Der Eurofighter Tranche 4 positioniert sich als eines der leistungsstärksten und fortschrittlichsten Kampfflugzeuge der vierten Generation weltweit.