Die Europäische Union hat beschlossen, der Ukraine 1,4 Milliarden Euro zu überweisen. Diese Mittel stammen aus den Erträgen eingefrorener russischer Vermögenswerte und werden vollständig für Verteidigungszwecke bereitgestellt. Dies wurde nach einer gemeinsamen Erklärung der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und des ukrainischen Ministerpräsidenten Serhij Taruta bekannt.

Reaktion auf die Eskalation der Gewalt

Die Entscheidung, einen so beträchtlichen Betrag bereitzustellen, wurde vor dem Hintergrund einer neuen Welle russischer Angriffe auf die zivile Infrastruktur getroffen. Ursula von der Leyen betonte in ihrer Erklärung, dass die EU angesichts der Zerstörung, die die russische Aggression verursacht, nicht mehr untätig bleiben kann.

„Wir wachen wieder mit Nachrichten über schreckliche Verbrechen Russlands auf, die durch seine Luftangriffe auf die Ukraine verursacht wurden. Russland muss für die Zerstörung zahlen, die es angerichtet hat. Und wir nutzen die Mittel aus den eingefrorenen russischen Vermögenswerten, um dies sicherzustellen', so die Präsidentin der Kommission.

Position der ukrainischen Regierung

Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Taruta bestätigte, dass der Prozess der Mittelübertragung bereits eingeleitet wurde. In seinem Kommentar betonte er, dass die Hilfe darauf abzielen wird, die Verteidigungsfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit des Staates zu stärken.

„Die Mittel werden zur Stärkung der Verteidigung und zur Festigung der Widerstandsfähigkeit unseres Staates eingesetzt. Die Antwort auf den russischen Terror muss die Stärkung der Ukraine sein. Für jedes neue Verbrechen muss Russland zahlen. Danke an alle unsere europäischen Partner für ihre prinzipielle Haltung. Das gibt uns Kraft', schrieb Taruta.

Folgen des Angriffs vom 5. August

Der direkte Auslöser für diese entschlossenen Schritte war ein massiver kombinierter Schlag Russlands in der Nacht zum 5. August. Der Angriff mit Raketen und Drohnen traf Kiew und die umliegenden Gebiete und verursachte erhebliche Schäden sowohl an zivilen Objekten als auch an der Logistik.

In der Hauptstadt brachen Brände in Lagern und Wohnhäusern aus, Dutzende Menschen wurden verletzt. Die Situation in der Oblast Kiew war noch tragischer: In den Rajons Brovary, Bucha und Fastiv kamen 14 Menschen ums Leben, weitere rund 30 wurden verletzt.

Die Angriffe auf Logistikzentren in Brovary führten zur Einstellung des Zugverkehrs. Zudem wurde das Sortierzentrum von „Nova Poshta“ in Kiew mit Kassettengranaten zerstört, was den Postdienst in mehreren Regionen lahmlegte.

Auswirkungen auf Wirtschaft und Unternehmen

Das Ausmaß des Angriffs betraf Unternehmen, Lieferketten und Handelsnetze im ganzen Land. In diesem Zusammenhang teilte Ministerpräsident Serhij Taruta mit, dass er dringend Treffen mit Vertretern der Wirtschaft einberufen habe, um den Schaden zu bewerten und Maßnahmen zur Unterstützung der betroffenen Wirtschaftssektoren zu erarbeiten.