Serhij Beskrestnow, ein freiberuflicher Technologieberater des ukrainischen Präsidenten, der unter dem Rufnamen „Flash“ bekannt ist, gab am 2. November 2026 den Abschluss einer groß angelegten Operation zur Errichtung einer schützenden elektronischen Kriegsführungs-Kuppel (EW-Kuppel) über Kiew bekannt. Seinen Angaben zufolge dient das System der Unterdrückung der MESH-Funkkommunikation, die russische Bediener zur Fernsteuerung von ‚Shahed‘-Düsendrohnen und zur Zielsuche nutzen. Die Erklärung wurde auf Telegram veröffentlicht und von ukrainischen Medien, darunter RBC-Ukraine und NV, verbreitet.

Funktionsprinzip: Unterdrückung der MESH-Kommunikation

Wie Beskrestnow erklärte, ist eine der Schlüsseltechnologien, die es dem Gegner ermöglichen, Drohnen aus der Ferne zu steuern, die MESH-Funkkommunikation. Ein russischer Bediener führt die Steuerung über ein an Bord der Drohne installierten Funkmodem von russischem Gebiet aus durch. Zur Neutralisierung dieses Kommunikationskanals wurde über der Hauptstadt ein EW-Komplex eingesetzt, der eine Störzone erzeugt. Nach Angaben des Beraters ist es genau dieses System, das dem Bediener die Möglichkeit nimmt, die Drohne in der Endphase des Fluges zu steuern und ihre Flugbahn zu korrigieren.

Ausmaß der Operation: Hunderte Standorte und wochenlange Arbeit

Beskrestnow wies darauf hin, dass die Vorbereitung und Umsetzung des Projekts mehrere Wochen in Anspruch nahmen. An dem Prozess waren alle wichtigen ukrainischen Hersteller von EW-Geräten beteiligt, die rund um die Uhr Ausrüstung herstellten und montierten. Seinen Angaben zufolge wurden in der ganzen Stadt „viele Hunderte Standorte“ für Antennen und dazugehörige Geräte eingerichtet. An der Operation waren dem Berater zufolge der Generalstab, das Verteidigungsministerium, das Innenministerium, der NSDC, das Präsidialamt und andere Einheiten der Verteidigungskräfte der Ukraine beteiligt. Die Maßnahmen standen unter der ständigen Kontrolle des Präsidenten des Landes.

Auswirkungen auf den Gegner und weiterer Kontext

„Flash“ erklärte, die Operation sei nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch schwierig gewesen und habe „den Gegner gezwungen, eine Pause einzulegen, die ‚Shaheds‘ zu modernisieren und nach anderen Lösungen zu suchen“. Zuvor hatte RBC-Ukraine berichtet, dass russische Düsendrohnen des Typs Geran-5 bei bestimmten Manövern Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 km/h erreichen können. Darüber hinaus wurde eine neue Modifikation eingeführt — die „Geran-5 K5-K“, die mit einem optischen Navigationssystem sowie erhöhter Reichweite, Geschwindigkeit und Flughöhe ausgestattet ist. Diese Daten deuten darauf hin, dass der Gegner seine Angriffswaffen als Reaktion auf elektronische Gegenmaßnahmen weiterhin anpasst.

Einschätzung und Informationsbeschränkungen

Alle oben genannten Informationen basieren auf der Erklärung einer einzigen Person — dem Berater des ukrainischen Präsidenten. Eine unabhängige Überprüfung der technischen Eigenschaften der EW-Kuppel, der genauen Anzahl der ausgerüsteten Standorte und der realen Auswirkungen des Systems auf die Ergebnisse von Drohnenangriffen ist derzeit nicht möglich. Die russische Seite hat sich zu den Informationen über die Errichtung dieses Komplexes nicht öffentlich geäußert. Dennoch machen allein die Tatsache der öffentlichen Erklärung des hochrangigen ukrainischen Beamten und deren Wiederholung durch zwei unabhängige ukrainische Publikationen diese Information zu einem Gegenstand weiterer Beobachtung.