Russische Entwickler modifizieren das Layout der strahlgetriebenen Drohne „Geran-5“. Während das kompakte Turbo-Jet-Triebwerk zuvor extern auf einem Pylon montiert war, wird es nun in den hinteren Rumpfbereich verlegt. Luftfahrtexperten zufolge zielt diese konstruktive Änderung darauf ab, die Geschwindigkeitsleistung der Drohne drastisch zu steigern und Höchstgeschwindigkeiten von 600 bis 700 km/h oder mehr zu erreichen.
Aerodynamische Sackgasse und Layout-Änderungen
Bei früheren Modifikationen wurde das chinesische Triebwerk offen auf der Oberseite installiert. Für Reisegeschwindigkeiten von 350 bis 400 km/h funktionierte dies noch, doch der Versuch, das Gerät schneller fliegen zu lassen, stieß an eine aerodynamische Barriere. Die Integration des Triebwerks in den Rumpf gleicht die Schublinie mit der Längsachse aus, beseitigt den Pylonwiderstand und stabilisiert die Steuerung. Dennoch müssen Ingenieure diesen Geschwindigkeitszuwachs mit anderen kritischen Leistungsparametern bezahlen.
Die Bedrohung durch Abfangdrohnen
Hauptgrund für diese Eile ist die hohe Effektivität neuer ukrainischer Abwehrmittel. Videomaterial zeigt, dass strahlgetriebene Ziele erfolgreich von hochschnellen Quadcopter-Kamikaze-Drohnen von hinten abgefangen werden. Experten betonen, dass frühe erfolgreiche Abschüsse die Verwundbarkeit von Zielen im Bereich bis 450 km/h bewiesen haben. Indem Russland die „Geran-5“ aus der Gefahrenzone günstiger Drohnen drängen will, versucht es, die 700–800-km/h-Grenze zu überschreiten, um die Ukraine wieder zum Einsatz teurer Flugabwehrraketen zu zwingen.
Technologische Konsequenzen und strategische Falle
Der Versuch, Abfangdrohnen zu überholen, stellt Entwickler vor enorme Hürden, da ein Abfänger Geschwindigkeiten von fast 900 km/h erreichen müsste, um ein solches Ziel einzuholen. Dies erfordert transsonische Aerodynamik, teure Triebwerke und ultraschnelle Optik. Letztlich verwandelt die Komplexität das günstige Massenprodukt in eine teure Mini-Marschflugkörper mit begrenzter Reichweite.