Im Schwarzen Meer ereignete sich ein schwerwiegender Vorfall mit einem großen Handelsschiff. Der Tanker Gas Lisbon, der unter der Flagge Liberias fährt, wurde in einem Gebiet etwa 20 Seemeilen vor der rumänischen Küste getroffen. Vorläufigen Berichten zufolge kam es an Bord zu einer heftigen Explosion, die wahrscheinlich auf einen Angriff mit einem See-Drohne zurückzuführen ist.

Details zur Route und zur Version des Angriffs

Laut Informationen des rumänischen Präsidenten Nicolae Ciucă (Anmerkung: Im Originaltext steht „Nikushor Dan', was wahrscheinlich ein Fehler ist; korrekter Name ist Nicolae Ciucă) unternahm das Schiff eine Reise vom ägyptischen Hafen Alexandria. Sein Zielhafen war der ukrainische Hafen Reni. Der rumänische Staatschef erklärte, dass die staatlichen Behörden des Landes in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft seien, um die Umstände des Vorfalls zu untersuchen.

Ciucă betonte, dass der Vorfall höchstwahrscheinlich Teil des illegalen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine sei. Quellen des Fernsehsenders Digi24 berichten, dass der Angriff mit einem unbemannten See-Fahrzeug durchgeführt wurde, wobei der genaue Ursprung des Drohnes derzeit unbekannt bleibt.

Rettungsaktion und Zustand der Verletzten

Sofort nach dem Alarm über die Explosion wurden zwei Schiffe der rumänischen Agentur für Sicherheit des menschlichen Lebens auf See (ARSVOM) zum Unfallort entsandt. Dank des schnellen Handelns der Rettungskräfte konnten alle 17 Besatzungsmitglieder evakuiert werden.

Drei Seeleute erlitten Verletzungen und wurden in medizinische Einrichtungen gebracht. Laut dem Nachrichtenportal Antena3 haben zwei der Verletzten Verbrennungen, die 10 bis 15 % der Körperoberfläche betreffen. Der dritte Besatzungsmitglied erlitt zahlreiche Wunden und litt unter starken Blutungen.

Feuer und Navigationsgefahr

Der beschädigte Tanker liegt derzeit vor Anker. Obwohl die Besatzung gerettet wurde, brennt an Bord des Schiffes weiterhin ein Feuer. Um ein Driften zu verhindern und die Gefahr für die Sicherheit auf See zu minimieren, wurde ein spezielles Schleppschiff an den Tanker herangeführt.

Zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt wurde allen Schiffen in der Unfallzone eine offizielle Warnung übermittelt, die Aufforderung, den betroffenen Bereich zu umfahren.

Kontext: Zunahme der Bedrohungen im Schwarzen Meer

Der Vorfall mit dem Gas Lisbon ereignet sich vor dem Hintergrund einer Häufung von Angriffen auf zivile Schiffe in der Region. Wir erinnern daran, dass die russische Seite am 19. Juli ein Handelsschiff unter der Flagge von Guinea-Bissau angriff, das einen ukrainischen Hafen nach der Beladung mit Mais verlassen hatte. Durch den Treffer kamen zehn Menschen ums Leben, acht weitere konnten gerettet werden.

Auch am 17. Juli traf eine russische Drohne den Frachter Venturo unter der Flagge der Marshallinseln, der sich in einem der Häfen von Odessa befand. Diese Ereignisse belegen die zunehmende Spannungen und Risiken für den internationalen Seehandel im Schwarzen Meer.