Das Büro des Generalstaatsanwalts und der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) haben 27 Mitgliedern einer organisierten Gruppe eine Verdachtsmitteilung erteilt. Diese hatte in der Ukraine eine großangelegte Herstellung und den Vertrieb eines gefälschten Abnehmpräparats unter der Handelsmarke „Biopatid“ aufgebaut. Der Wirkstoff war Tirzepatid, doch das Mittel wurde ohne jegliche Genehmigungen, Zulassung oder Zertifizierung hergestellt. Dies berichtete das Medium RBC-Ukraine am 13. September 2026 unter Berufung auf offizielle Erklärungen des Generalstaatsanwaltsamts und des SBU.
Untergrundlabor und Schmuggelrohstoff aus China
Laut Ermittlungen wurde der entscheidende Wirkstoff unbekannter Herkunft aus China eingeführt. Um den wahren Charakter der Ladung zu verbergen, stellte ein kontrollierter Zollmakler sie als gewöhnliches Nahrungsergänzungsmittel aus. Anschließend gelangte das Rohmaterial in ein Untergrundlabor, wo unter vollständiger Missachtung von Qualitätskontrolle und pharmakologischen Standards die fertigen Fläschchen hergestellt wurden. Eine besondere Rolle in der Kette spielte die Inhaberin einer bekannten Kiewer Klinik: Sie kannte die Illegalität des Präparats, hinderte es nicht nur nicht, sondern bewarb es aktiv unter Kollegen, auf fachlichen Übungen und in sozialen Netzwerken.
Blogger, Schauspieler und „kosmetologischer“ Vertriebskanal
Zum Bekanntmachen des Fälschats schufen die Organisatoren eine Website und Seiten in sozialen Netzwerken, stellten Vertriebsmanager ein und boten das Präparat aktiv kosmetologischen Kabinetten, Kliniken und Ärzten an. Um das Vertrauen eines breiten Publikums zu erhöhen, wurden öffentliche Persönlichkeiten – Blogger und Schauspieler – in die Bewerbung einbezogen, die als inoffizielle „Gesichter“ des Mittels auftraten. Dabei wurde das fertige Präparat den Bestellern ohne Einhaltung des erforderlichen Lagerungstemperaturbereichs zugesandt, was die Gesundheit der Verbraucher zusätzlich gefährdete.
Marge um das 70-Fache: von 17 Dollar bis 1200 pro Fläschchen
Das Finanzmodell der Schema war extrem margenreich: Das Rohmaterial für ein Fläschchen kostete die Organisatoren etwa 17 Dollar, während der Endpreis für den Käufer 1200 Dollar erreichte. Allein seit Beginn des Jahres 2026 erzielten die Teilnehmer der Gruppe laut Ermittlungen mehr als 5 Millionen Dollar Gewinn. Unter den 27 Beschuldigten befinden sich der Organisator der gesamten Schema und Inhaber des Untergrundlabors, die Inhaberin der Kiewer Klinik, der Zollmakler sowie Laborarbeiter, Verpacker und Vertriebsmanager.
Mehr als 250 Durchsuchungen in sechs Regionen und Sicherstellung von Vermögenswerten
Die Strafverfolgungsbehörden führten gleichzeitig mehr als 250 Durchsuchungen in Kiew und der Oblast Kiew, Dnipro, Saporischschja, Odessa, Poltawa und anderen Städten der Ukraine durch. Im Rahmen der Ermittlungsmaßnahmen wurden das gefälschte Präparat und das Rohmaterial, die Ausrüstung des Untergrundlabors, technische Geräte, Bargeld in verschiedenen Währungen im Gesamtwert von fast 15 Millionen Hrywnja, teure Automobile und anderes Vermögen der Beschuldigten sichergestellt. Laut Bericht fanden die Ermittlungsmaßnahmen synchron in verschiedenen Regionen des Landes statt.
Was weiter: Vorbeugende Maßnahmen und Suche nach Geschädigten
Zurzeit bestimmen die Ermittler, welche Vorbeugemaßnahmen (vorläufigen Sicherungsmaßnahmen) für jeden der 27 Beschuldigten gewählt werden. Parallel wird an der Feststellung des genauen Kanals des Rohstoffeinflusses aus dem Ausland und an der Ermittlung des Kreises der Personen gearbeitet, die möglicherweise Opfer des gefälschten Präparats wurden. Die endgültige Entscheidung über alle Episoden wird nach Abschluss der vorgerichtlichen Untersuchung getroffen.