In der Ukraine wurde eine neue Welle betrügerischer E-Mails verzeichnet, bei denen sich Angreifer als Mitarbeiter eines Energieunternehmens ausgeben. Berichten von RBK-Ukraine zufolge, unter Berufung auf Erklärungen von DTEK auf Telegram und des Staatlichen Dienstes für Spezialkommunikation und Informationsschutz der Ukraine (SSSCIP) auf Telegram, versenden Betrüger E-Mails, die angeblich von einem „DTEK-Energy-Buchhalter“ stammen und die Begleichung von Stromschulden fordern. Das Unternehmen selbst warnte, dass solche E-Mails gefährliche Links und Anhänge enthalten könnten: Wenn man diese öffnet, erhalten die Angreifer Zugriff auf den Computer des Benutzers. Fachleute verzeichneten den Massenversand schadhafter Nachrichten am 29. Oktober 2026.
Wie das Schema funktioniert
Das Angriffsdesign ist so aufgebaut, dass das Opfer selbst ein Programm herunterlädt und ausführt, das Hackern Fernzugriff auf das Gerät verschafft. Nach Angaben des SSSCIP wird bei dem Mailing die legitime Software LiteManager verwendet, die in diesem Fall von den Angreifer für die versteckte Fernsteuerung des Computers eingesetzt wird. Genau deshalb empfiehlt DTEK dringend, keine Anhänge zu öffnen oder auf Links in solchen E-Mails zu klicken, sondern Informationen über Schulden ausschließlich über die offiziellen Kanäle des Stromversorgers zu überprüfen — in Kiew und der Oblast Dnipropetrowsk beispielsweise über den YASNO-Dienst.
Warum der Angriff gerade jetzt gefährlich ist
Der SSSCIP wies darauf hin, dass ein solches Schema vor dem Hintergrund russischer Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur sowie regelmäßiger Not- und Stabilisierungsstromabschaltungen besonders effektiv ist. Unter solchen Bedingungen wirken Meldungen über „Probleme bei der Strombezahlung“ überzeugender und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer die schädliche E-Mail öffnet. Experten betonen: Je stärker die öffentliche Beunruhigung rund um die Energieversorgung ist, desto höher ist das Risiko, dass Menschen voreilig handeln und grundlegende Vorsichtsmaßnahmen ignorieren.
Wer dahintersteckt
Spezialisten des behördlichen Teams zur Behebung von Computer-Notfällen CERT-UA brachten den Massenversand mit einem neuen Cyberangriff der Gruppe UAC-0050 in Verbindung, der sich gegen ukrainische staatliche Institutionen richtet. Nach Angaben der Behörde versenden Hacker massenhaft E-Mails, um verdeckten Fernzugriff auf die Computer der Opfer zu erlangen. Auf diese Weise versuchen die Angreifer unter dem Vorwand eines alltäglichen Themas — der Bezahlung von Nebenkosten —, in die Informationssysteme von Behörden einzudringen.
Wie man sich schützt
DTEK und SSSCIP geben einfache Empfehlungen: Keine verdächtigen Anhänge und Links öffnen, keine persönlichen Daten eingeben und nicht auf Links in E-Mails klicken, die von einem „Buchhalter“ oder „Support-Dienst“ stammen. Jegliche Information über Schulden sollte nur über die offiziellen Kanäle des Stromversorgers überprüft werden. Wenn die E-Mail bereits geöffnet und der Anhang ausgeführt wurde, muss das Gerät sofort vom Netz getrennt und Cybersicherheitsspezialisten kontaktiert werden.
Andere aktive Betrugsschemata
Das Mailing im Namen von DTEK ist nicht das einzige aktive Schema. Zuvor hatte RBK-Ukraine berichtet, dass Betrüger Telegram-Konten unter dem Vorwand von Nachrichten mit der Bitte um eine Stimme für ein Kind bei einem Wettbewerb geißeln; mehrere einfache Sicherheitsschritte helfen dabei, das Konto zu schützen. Parallel dazu rufen Betrüger Ukrainer im Namen der Polizei an, berichten über die angeblich erfolgte Festnahme eines Verwandten oder ein Strafverfahren gegen die Person selbst und fordern Geld zur „Regelung der Angelegenheit“. In allen Fällen bleibt die Überprüfung von Informationen über offizielle Quellen und der Verzicht auf die Übergabe von Geld und Daten auf Verlangen von Fremden der wichtigste Schutz.