Der Fußballverein FC Charkiw hat eine offizielle Erklärung zur Situation rund um seinen Stürmer Alexei Sidorow abgegeben. Laut der Presseabteilung verließ der Spieler das Team ohne Erlaubnis und scheint nun, basierend auf eingegangenen Anfragen, eine Anstellung in einem Verein des Aggressorlandes anzustreben. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Berufung auf die offizielle Website des Charkiwer Vereins. Der Vorfall wurde öffentlich, nachdem in der FIFA TMS ein Antrag des russischen Fußballverbandes auf Ausstellung eines internationalen Transferscheins für den Spieler eingegangen war.

Unbefugter Abgang und gültiger Vertrag

Laut der Version des Vereins verließ der 25-jährige Stürmer Alexei Sidorow, ein Eingeborener von Makejewka, Ende Juli 2025 das Team des FC Charkiw ohne Erlaubnis und reiste ins Ausland, wobei er sich auf familiäre Umstände berief. Dabei hatte der Fußballer einen Vertrag, der bis zum 30. Juni 2028 lief, und ignorierte wiederholte Aufforderungen der Vereinsleitung, zurückzukehren und seine eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Somit war der Spieler zum Zeitpunkt der Antragstellung in der FIFA TMS formal noch unter Vertrag beim Charkiwer Verein.

Antrag des russischen Fußballverbandes in der FIFA TMS

Wie die Presseabteilung des FC Charkiw mitteilte, erhielt der Verein am 18. August 2026 Informationen über einen Antrag des russischen Fußballverbandes in der FIFA TMS auf Ausstellung eines internationalen Transferscheins für Alexei Sidorow. Ziel des Antrags war laut Erklärung die Registrierung des Fußballers bei einem russischen Verein im Amateurstatus. Genau dieser Fakt wurde zum Auslöser für die offizielle Verurteilung der Handlungen des Spielers durch die Vereinsleitung.

Position des FC Charkiw: Schutz der Rechte

In der offiziellen Erklärung verurteilte der Verein die Handlungen von Sidorow kategorisch und erklärte seine Bereitschaft, seine Interessen zu verteidigen. „Der Fußballverein ‚Charkiw‘ verurteilt derartige Handlungen von Sidorow kategorisch und behält sich das Recht vor, seine Rechte und gesetzlichen Interessen im Rahmen der gesetzlich festgelegten Regularien der UAF und der FIFA zu schützen“, heißt es in der Mitteilung der Presseabteilung. Der Verein behält sich somit das Recht vor, sowohl die Disziplinar- als auch die Regularienmechanismen der UAF als auch der FIFA in Anspruch zu nehmen.

Karriere des Stürmers: Der Weg von Makejewka bis zur UPL

Alexei Sidorow ist ein 25-jähriger Eingeborener von Makejewka, der auf der Position des Stürmers spielt. Auf Jugendebene wurde er in „Asowstal“ (Mariupol), „Schachtar“ (Donezk), „Metalist“ (Charkiw) und „Metallurg“ (Saporischschja) ausgebildet. Im Erwachsenenfußball spielte er für den Saporischschjaer „Metallurg“ und „Metalist 1925“, wobei er die zweite Hälfte der Saison 2024/25 auf Leihbasis beim „Kolos“ aus Kowel verbrachte. Insgesamt hat er in der UPL 34 Spiele absolviert – 25 für „Metalist 1925“ und 9 für „Kolos“ – in denen er vier Tore erzielte (je zwei für jeden der Vereine). Derzeit hat er einen gültigen Vertrag mit dem FC Charkiw bis zum 30. Juni 2028.

Widersprüchliche Daten

Im ursprünglichen Text von Sport RBC.UA wurde der Name des russischen Vereins, für den Sidorow angeblich registriert werden soll, in verfälschter Form („RVСhellendzh“) angegeben, wobei die genaue Schreibweise und der Status des Vereins in öffentlichen Quellen nicht eindeutig bestätigt sind. Darüber hinaus wird das Ereignis in verwandten Publikationen unterschiedlich dargestellt: Einige Medien betonen die Tatsache des MTS-Antrags in der FIFA TMS, während andere davon sprechen, dass der Spieler bereits „in die Kaderliste“ eines russischen Vereins aufgenommen wurde. Der Unterschied zwischen einem „Antrag auf einen Schein“ und einer „tatsächlichen Registrierung/Aufnahme in die Kaderliste“ ist bisher nicht geklärt, daher sollten Details über den spezifischen russischen Verein mit Vorbehalt behandelt werden, bis eine offizielle Bestätigung durch den russischen Fußballverband oder die FIFA vorliegt.

Kontext: Druck auf den Verein

Die Situation mit Sidorow entwickelt sich vor dem Hintergrund einer schwierigen Phase für den FC Charkiw selbst: In öffentlichen Quellen taucht auch die Information auf, dass der Disziplinarkomitee der Ukraine den Verein zuvor um drei Punkte bestraft hat. Dies verstärkt die Resonanz rund um den Vorfall mit dem Weggang des Spielers und unterstreicht, wie sensibel das Thema der Einhaltung von Vertragsverpflichtungen für das Team unter den aktuellen Bedingungen ist. In demselben Material von Sport RBC.UA wird als separater Kontext erwähnt, dass Sergei Rebrov zuvor in Marbella in einem Team mit einem ehemaligen Nationalspieler Russlands gesehen wurde, wobei ein direkter Zusammenhang dieses Faktums mit dem Fall Sidorow im Text nicht dargelegt wird.