Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat angekündigt, dass in Kiew der – nach seinen Worten – größte Venture-Fonds auf dem Gebiet Defense Tech vorbereitet wird. Dies teilte laut RBC-Ukraine das Pressesprecherbüro des Politikers mit. Seinen Angaben zufolge gelang es im Rahmen einer Reihe von Treffen mit Venture-Fonds und Unternehmen aus dem Big-Tech-Segment – darunter Palantir, zu dem er zuvor öffentlich über Kontakte berichtet hatte –, die Ressourcen zu sichern, die für die Gründung eines Fonds erforderlich sind, der in Verteidigungs-Startups investieren und Lösungen sowohl für aktuelle als auch für künftige Aufgaben der Landesverteidigung suchen soll.

Ankündigung des Defense-Tech-Fonds und seine Mission

Fedorow betonte, dass der Fonds auf Verteidigungs-Startups und die Suche nach technologischen Lösungen für Probleme konzentriert werden wird, vor denen die Verteidigung heute steht und die morgen entstehen werden. „Den Defense-Tech-Fonds starten wir bereits in Kürze. Ich werde sowohl Startups als auch Experten einladen, sich ihm anzuschließen, um im Fonds zu arbeiten“, erklärte er. Das Format sieht somit nicht nur Investitionen vor, sondern auch die Einbindung externer Expertenkreise in die Arbeit der Struktur selbst.

Drei Prioritäten und proaktive Analyse

In der Erklärung werden drei Schlüsselprioritäten des neuen Fonds erwähnt, obwohl deren vollständige Liste im veröffentlichten Text nicht offenlegt wird. Separat kündigte Fedorow den Launch eines Analysezentrums an, dessen Aufgabe es nach seiner Formulierung ist, Schwachstellen des Gegners zu identifizieren und Methoden zur Übernahme der Initiative „in der Luft und auf dem Boden“ zu entwickeln. „Die Aufgabe des Zentrums ist es, die Erfahrung zu nutzen, um die nächsten Schritte des Krieges vorherzusagen und proaktiv Lösungen zu generieren, um die Initiative zu übernehmen. Deshalb wird es auch bald eine Ankündigung dazu geben“, fügte er hinzu.

Widersprüchliche Angaben

In offenen Quellen gibt es Unstimmigkeiten hinsichtlich der Zeitpunkte und Parameter des Fondsstarts. Einerseits berichteten mehrere Medien (insbesondere Minfin und Korespondent) über den Launch eines Venture-Fonds für Technologie-Startups in der Ukraine mit einem Volumen von rund 50 Millionen Euro und datierten das Ereignis auf den Herbst 2025. Andererseits wird der Fonds in Fedorows 2026 veröffentlichten Erklärungen als eine Struktur beschrieben, die „in Kürze gestartet wird“, mit einer Einladung an Startups und Experten, und er selbst bezeichnet ihn als den „größten“ im Bereich Defense Tech. Der Unterschied in der Formulierung – „bereits gestartet“ versus „in Kürze gestartet wird“ – sowie das Fehlen eines genauen Betrags und einer vollständigen Liste der drei Prioritäten in den Erklärungen des Politikers erzeugen eine Diskrepanz in der Chronologie und den Dimensionen, die bei der Struktur selbst geklärt werden muss.

Kontext: Verbindung zu Palantir und Alex Karp

Die Ankündigung fügt sich in frühere Meldungen ein, wonach Fedorow ein eigenes Defense-Tech-Unternehmen gründet, in das laut früheren Angaben der Palantir-Chef Alex Karp als erster Schlüsselinvestor einzahlen sollte. Die Gesamtheit dieser Erklärungen deutet auf die Bildung eines eigenständigen Verteidigungs-Technologie-Clusters um den ehemaligen Verteidigungsminister hin, der Venture-Finanzierung, Analyse und direkte Verbindungen zu großen westlichen Technologieakteuren vereint. Die endgültigen Parameter des Fonds, die Kapitalgröße und die Zusammensetzung der Prioritäten werden laut Fedorow selbst in einer kommenden Ankündigung vorgestellt.