Im Nationalreservat „Kiewer Höhlenkloster“ wurde die Wiederaufnahme des Betriebs der Fernen (Theodosius-)Höhlen angekündigt. Der älteste unterirdische Komplex, der seit langem für Besucher unzugänglich war, steht nun wieder Pilgern und Touristen offen. Derzeit erfolgt der Zugang im Testbetrieb mit einem begrenzten Zeitplan.

Die Entscheidung zur Öffnung wurde im Vorfeld wichtiger kirchlicher und staatlicher Feiertage getroffen – des Tages der Taufe der Ukraine-Rus und des Tages der ukrainischen Staatlichkeit. Die feierlichen Veranstaltungen in der Lavra begannen mit einem Gebet für die Ukraine, was die Wiederherstellung des Zugangs zu den geistlichen Ursprüngen des Landes symbolisiert.

Öffnungszeiten und Besuchsregeln

Bis zum 15. August bleibt der Betriebsmodus der Höhlen experimentell. Ein Besuch ist nur an Wochenenden möglich – freitags und sonntags von 09:00 bis 12:00 Uhr. Ab dem 16. August plant das Reservat, den Zeitplan zu erweitern: Vormittags werden Pilgergruppen empfangen, nach einer technischen Pause folgen dann die touristischen Gruppen.

Zur Sicherung des historischen Objekts und zum Komfort der Besucher werden strenge Beschränkungen für die Gruppengröße eingeführt. Gleichzeitig dürfen nicht mehr als 12 Personen in den unterirdischen Komplex eintreten. Eine Anmeldung ist sowohl im Voraus über das Reisebüro als auch direkt vor Ort möglich.

Rückkehr zu den Ursprüngen nach den Zerstörungen

Die Öffnung der Fernen Höhlen wurde erst möglich, nachdem die Nahen (Antonius-)Höhlen im Februar 2026 wieder für Pilger zugänglich waren. Zusammen bilden diese Komplexe, die Mitte des 11. Jahrhunderts entstanden, das Fundament der Geschichte des Kiewer Höhlenklosters.

Die Wiederaufnahme des Betriebs des Heiligtums erfolgt vor dem Hintergrund der Wiederherstellung der Objekte der Lavra nach militärischen Handlungen. In der Nacht zum 24. Januar 2026, während eines massiven Raketen- und Drohnenangriffs auf Kiew, erlitten der Eingang zum Komplex der Fernen Höhlen und die Anna-Verkündigungs-Kirche Schäden durch die Druckwelle: Fenster und Türen wurden eingedrückt, Putz zerstört. Die Höhlen selbst blieben jedoch unversehrt.

Größere Zerstörungen ereigneten sich in der Nacht zum 15. Juni, als ein Drohnenangriff dem Dormitionskathedrale schweren Schaden zufügte, in dem ein Feuer ausbrach. Auch der Turm des Iwan Kuschnika und das Gebäude des „Kunst-Arsenals“ wurden beschädigt. Den Rettungskräften gelang es, das Feuer zu löschen und einzigartige Reliquien zu bewahren; die Regierung hat bereits Pläne zur Wiederherstellung der beschädigten Heiligtümer angekündigt.

Pläne für das Jahrtausend

Der Generaldirektor des Nationalreservats, Maksym Ostapenko, betonte, dass die Öffnung der Höhlen nur eine Etappe einer großen Arbeit ist. Das Reservat plant nun die Vorbereitung auf das 1000-jährige Jubiläum des Kiewer Höhlenklosters. Derzeit sind die Nahen Höhlen von Mittwoch bis Sonntag nach vorheriger Anmeldung geöffnet, während die Fernen Höhlen schrittweise in den vollen Betriebsmodus zurückkehren.