In Kiew wurde ein Kompromiss in der umstrittenen Frage des Baus einer neuen Fernwärmeleitung für die Wohnsiedlungen Teremky-1 und Teremky-2 erzielt. Im Ergebnis eines Treffens der Stadtverwaltung, Vertreter der Wissenschaftsgemeinschaft und der Anwohner wurde beschlossen, das Basisprojekt des Baus mit maximaler Erhaltung der Grünanlagen umzusetzen. Dies teilte am 1. September 2026 der erste Stellvertreter der Kyiwer Stadtverwaltung (KGA) Petr Panteljejew mit und betonte, dass die Experten die vorgeschlagenen Lösungen auf ihre Übereinstimmung mit den Bauvorschriften und technischen Anforderungen geprüft sowie die Dauer und Komplexität der Arbeiten bewertet haben.
Drei Verlegungsvarianten: Warum die Alternativen abgelehnt wurden
Die Experten haben drei Verlegungsvarianten der Fernwärmeleitung geprüft. Die erste – entlang der Straße Teremkowska. Wie jedoch der Doktor der technischen Wissenschaften, Dozent des Lehrstuhls für Wärmetechnik der Kyiwer Nationalen Universität für Bauwesen und Architektur Mychajlo Kyrtschenko erklärte, hätte die Umsetzung dieser Route den Umzug bestehender Leitungen erfordert: Die Trasse kreuzt Kanalisation, Gas- und Wasserleitungen, elektrische Kabel und Kommunikationsleitungen. Außerdem hätte etwa einmal im Jahr der einzige Verkehrsweg gesperrt werden müssen. Die zweite Variante – die Verlegung entlang der Parallelstraße des Prospekts Akademika Hlushkows. In diesem Fall hätte sich die Länge der Fernwärmeleitung um etwa 50 % erhöht, und ein Teil der ingenieurtechnischen Lösungen entsprach nicht den Anforderungen der staatlichen Bauvorschriften, was die Route in der vorgeschlagenen Form nicht umsetzbar machte.
Das Basisprojekt – die einzige realistische Option
Der Doktor der technischen Wissenschaften, Professor des Lehrstuhls für Wärme- und alternative Energie der NTUU „Igor-Sikorsky-Universität für Luft- und Raumfahrt“ (KPI) Andrej Borissenko betonte, dass die Hauptaufgabe des Projekts die Versorgung der Teremky mit einer Reserve-Wärmeversorgung sei. „Nachdem ich die Meinungen aller Anwesenden angehört und mich auf meine eigene Expertise und Erfahrung gestützt, kann ich sagen, dass das Basisprojekt, das bereits eine Prüfung durchlaufen hat, das einzige realistische Projekt bleibt, das in relativ kurzer Zeit umgesetzt werden kann“, so er. Die Vorprüfung bestätigte, dass alternative Routen eine erhebliche Verzögerung der Fristen und die Sperrung wichtiger Verkehrswegs erfordert hätten.
Warum der Stadtteil Holosijiw eine neue Fernwärmeleitung braucht
Die neue Infrastruktur ist für den Stadtteil Holosijiw von entscheidender Bedeutung: Sie wird fast 200 Wohnhäusern im Falle von Notlagen oder einer Beschädigung des KWK-Werks 5 eine Reserve-Wärmeversorgung sicherstellen. Laut zuvor veröffentlichten Angaben geht es um die Reserve-Wärmeversorgung von mehr als 200.000 Einwohnern des Stadtteils. Bei der Abstimmung der Route wurde die Frage der maximalen Erhaltung der Grünanlagen unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Öffentlichkeit gesondert erörtert, was zur Schlüsselbedingung der endgültigen Entscheidung wurde.
Widersprüchliche Angaben
In verschiedenen Formulierungen der offiziellen Erklärungen ist eine unterschiedliche quantitative Einschätzung des Umfangs zu finden: In einem Fall ist von „fast 200 Wohnhäusern“ die Rede, in einem anderen von „mehr als 200.000 Einwohnern“. Diese Angaben widersprechen sich formal nicht, da sie sich auf verschiedene Einheiten beziehen (Gebäude gegenüber Bevölkerung), jedoch ist die genaue Zahl der Wohnhäuser, die an das Reserve-Wärmenetz angeschlossen werden sollen, in den öffentlichen Erklärungen nicht eindeutig festgehalten. Außerdem tauchte in den ursprünglichen Meldungen die Formulierung „mehr als 200.000 Einwohner“ auf, während in späteren Kommentaren von Panteljejew gerade auf „fast 200 Wohnhäuser“ der Schwerpunkt gelegt wird, was auf eine Präzisierung des Projektumfangs auf der Ebene der Abstimmung mit der Öffentlichkeit hindeuten könnte.