Der Vorstand des Weltschachverbands (FIDE) hat nach einer Abstimmung beschlossen, die russischen Mannschaften an der Teilnahme an der Weltschacholympiade 2026 nicht zuzulassen. Dies teilte Vizepräsident des Schachverbands der Ukraine, Wladimir Kowaltschuk, laut Sport RBC.UA auf Facebook mit. Seinen Worten zufolge wurden zwei Optionen zur Abstimmung gestellt: die volle Zulassung der russischen Nationalmannschaft (männlich und weiblich) sowie deren Teilnahme unter neutraler Flagge. Beide Initiativen wurden abgelehnt.
Ergebnis der Abstimmung und Position Kiews
Wladimir Kowaltschuk bezeichnete die Entscheidung als „weiteren Sieg des Schachverbands der Ukraine' und betonte, dass sie „trotz des wahnsinnigen Drucks des ehemaligen FIDE-Präsidenten Arkadi Dwornewitsch' getroffen worden sei. Zur Bestätigung zitierte er die ursprüngliche Nachricht des FIDE-Vizepräsidenten: „No Russian Teams' („Keine russischen Mannschaften'). Am Vorabend der Sitzung hatte der Schachverband der Ukraine ein offizielles Schreiben an die FIDE gerichtet, in dem er auf die geltenden Sanktionen und die illegale Tätigkeit des russischen Schachverbands auf den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine hinwies.
Kontext: Olympiade in Samarkand und Wahlen in der FIDE
Die Weltschacholympiade 2026 findet in der usbekischen Stadt Samarkand vom 16. bis 27. September statt. Die Entscheidung, die russischen Mannschaften nicht zuzulassen, fiel vor dem Hintergrund interner Prozesse innerhalb der FIDE: Zuvor war berichtet worden, dass bei einem der Kandidaten für das Amt des FIDE-Präsidenten ein milliardenschweres Geschäft in Russland entdeckt wurde. Genau dieser Kontext, so die Einschätzung ukrainischer Schachfunktionäre, unterstreiche die Bedeutung des gegen die Zulassung gestimmten Vorstands.
Reaktion und Bedeutung der Entscheidung
Russische Schachkreise reagierten auf die Entscheidung zurückhaltend. Wie ein Vertreter der russischen Schachszene in einem Gespräch mit Medien anmerkte, hätten „diesmal sie gewonnen', und er gab die Nichtzulassung zu. Damit können die russischen Mannschaften – sowohl die männliche als auch die weibliche – das Land beim wichtigsten Mannschaftsturnier des Jahres nicht vertreten, was die Linie der Einschränkungen gegenüber russischen Sportlern bei internationalen Wettkämpfen fortsetzt.