Eines der ikonischsten Artefakte der Weltfußballgeschichte hat einen neuen Besitzer gefunden. Der Adidas Azteca – der Fußball, mit dem Diego Maradona in der 51. Minute des Viertelfinals der Weltmeisterschaft 1986 das legendäre Tor „Hand Gottes“ gegen die englische Nationalmannschaft erzielte – wurde auf einer Auktion in den USA für 3,355 Millionen Dollar (etwa 2,5 Millionen Pfund Sterling) verkauft. Dies berichtet Sport RBC.UA unter Verweis auf Veröffentlichungen von BBC Sport. Die Auktion fand im Auktionshaus Heritage Auctions in Dallas, Texas, statt, und laut Einschätzung der Fachleute des Hauses zählt das Los zu den wertvollsten und bedeutendsten Fußballartikeln der Sportgeschichte.

Rekorddeal und unerwartete Streuung der Bewertungen

Der finale Zuschlagspreis lag bei 3,355 Millionen Dollar, was deutlich unter den vor der Auktion geäußerten Erwartungen lag. Der Startpreis des Loses betrug etwa 2,5 Millionen Dollar, während Experten den Raritätenwert vor der Auktion auf fast 10 Millionen Dollar geschätzt hatten. Der finale Wert fiel somit deutlich unter die obere Grenze der Expertenprognosen, überstieg den Startpreis jedoch um mehr als 800.000 Dollar. Für ein Objekt, das mit einer der meistdiskutierten Episoden der Fußballgeschichte verbunden ist, wurde diese Preisentwicklung selbst zum Thema für Sammler und Analyste des Markts für Sportantiquitäten.

Der Weg des Balls: vom tunesischen Schiedsrichter bis zur Auktionsvitrine

Die Geschichte dieses Fußballreliquiats umfasst mehrere faszinierende Etappen. Nach dem Ende des Viertelfinalspiels 1986 zwischen Argentinien und England behielt der Hauptschiedsrichter des Duells, Ali Bennasour aus Tunesien, den einzigen Spielball für sich und bewahrte ihn mehr als drei Jahrzehnte auf. Der erste Verkauf erfolgte im Jahr 2022, als Bennasour den Ball erstmals auf einer Auktion anbot, wo er für 2,37 Millionen Dollar verkauft wurde. Im Jahr 2023 unterzeichnete der Schiedsrichter einen offiziellen Bestätigungsschreiben, und ein unabhängiges Gutachten bestätigte endgültig, dass mit genau diesem Ball die gesamten 90 Minuten des legendären Spiels bestritten wurden. Dies verlieh dem Los den Status eines authentischen Objekts und ermöglichte es, mit der für ihn maximalen Bewertung auf den Auktionsmarkt zu gehen.

„Hand Gottes“: So wurde das umstrittenste Tor der Geschichte erzielt

Das berühmte Tor fiel im Viertelfinale der WM 1986, in dem die Nationalmannschaften Englands und Argentiniens aufeinandertrafen. In der 51. Minute nutzte Diego Maradona einen Fehlpass von Steve Hodge auf Torhüter Peter Shilton. Maradona, der dem Torhüter 20 cm an Größe unterlag, überlief Shilton und erzielte mit der linken Hand das Tor. Der Schiedsrichter des Spiels registrierte keine Regelverletzung. Nach dem Spiel erklärte Diego, er habe den Ball „nicht berührt, es war die Hand Gottes“. Genau diese Aussage verlieh dem Tor seinen berühmten Namen – „Hand Gottes“ – und machte es zu einem der widersprüchlichsten und zugleich kultigsten Momente der Fußballgeschichte.

Widersprüchliche Angaben

Den gesammelten Quellen zufolge gibt es mehrere Punkte, die einer ehrlichen Aufarbeitung bedürfen. Erstens besteht ein deutlicher Abstand zwischen der vor der Auktion vorgenommenen Expertenschätzung von fast 10 Millionen Dollar und dem finalen Zuschlagspreis von 3,355 Millionen Dollar: Das tatsächliche Ergebnis lag weniger als ein Drittel unter der oberen Prognose, was die Begründetheit der anfänglichen Expertenschätzung in Frage stellt. Zweitens ist die Chronologie des Ballbesitzes versetzt dargestellt: Der erste Verkauf datiert auf das Jahr 2022 (für 2,37 Millionen Dollar), während das offizielle Bestätigungsschreiben des Schiedsrichters und das unabhängige Authentizitätsgutachten im Jahr 2023 erwähnt werden. Dies wirft die Frage auf, in welchem Status (vor oder nach der Authentifizierung) sich das Los zum Zeitpunkt des ersten Verkaufs befand und wie genau die Abfolge dieser Ereignisse den Preis der aktuellen Auktion beeinflusste. Beide Versionen sind in der Originalquelle ohne zusätzliche Detaillierung dargelegt, daher bleibt die endgültige Interpretation der Chronologie offen.

Wie auch immer, hat der „Hand Gottes“-Ball erneut seinen Status als eines der teuersten und emotional aufgeladensten Objekte der Sportwelt bestätigt. Sein Verkauf für 3,355 Millionen Dollar war nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein symbolischer Meilenstein: Das Artefakt, das mit dem umstrittensten Tor der Weltmeisterschaftsgeschichte verbunden ist, zieht weiterhin die Aufmerksamkeit von Sammlern auf sich und dient als anschauliche Erinnerung daran, wie ein einziges Ereignis in der 51. Minute den Wert eines Objekts über fast vier Jahrzehnte hinweg bestimmen kann.