Im italienischen Hafen von Bari haben Beamte der Strafverfolgungsbehörden einen 46-jährigen französischen Staatsbürger festgenommen, der in einem Van mit französischen Kennzeichen fünf Transport- und Startcontainer mit militärischem Eigentum beförderte. Den Ermittlungen zufolge wurde der Mann angehalten, nachdem er vom Schiff Superfast II, das aus der griechischen Stadt Patras in Bari eingelaufen war, an Land gegangen war. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs stellten die Beamten fünf Container fest: Einer davon war leer, im zweiten befand sich eine Übungsrakete, und in den anderen drei waren Kampfraketen. Zur Feststellung des Typs und der Gefährlichkeit der Ladung wurden Experten der italienischen Armee hinzugezogen; genau sie stellten Merkmale von Kampfpanzerabwehr raketen fest.

Blauer Streifen und verdeckte Kennzeichnung

Ein Schlüsselaspekt der Prüfung war die Kennzeichnung der Container. Diese waren mit blauem Klebeband beschriftet, das nach NATO-Standards zur Bezeichnung von Übungsausrüstung ohne Sprengstoff verwendet wird. Dies erlaubte es, einen Teil der Ladung zunächst als harmloses Übungsgut wahrzunehmen. Allerdings wurde nach dem Entfernen des blauen Klebebands darunter die ursprüngliche gelb-schwarze Kennzeichnung entdeckt, die auf das Vorhandensein eines panzerbrechenden Sprengkopfes hinwies. Somit enthielten drei Container, die äußerlich wie Transporter für Übungsausrüstung hätten aussehen können, tatsächlich Akeron-Kampfraketen.

Version des Fahrers und Zweifel der Ermittler

Der festgenommene Franzose erklärte den Ermittlern, dass er als Unterauftragnehmer eines Unternehmens arbeite, das auf den Transport von Militärgütern spezialisiert sei. Nach seinen Angaben erfolgte die Beförderung auf Bestellung der Rüstungsfirma MBDA, und die Ausrüstung wurde zur Durchführung von Reparaturarbeiten durch das Unternehmen Altus LSA nach Griechenland verbracht. Die italienischen Ermittler stellten jedoch Umstände fest, die an dieser Version zweifeln ließen: Das Transportunternehmen, auf das sich der Fahrer berief, gehört tatsächlich seiner Frau und ist den Ermittlungen zufolge nicht auf Militärtransporte spezialisiert.

Widersprüchliche Daten

In den Akten des Falls gibt es mehrere Unstimmigkeiten. Einerseits legte die Verteidigung Dokumente und eine Genehmigung des französischen Verteidigungsministeriums vor, datiert auf das Jahr 2025, was die formale Grundlage für den Transport bestätigt. Andererseits wies das Gericht auf Widersprüche in den Daten und Stempeln der vorgelegten Dokumente hin sowie auf das Fehlen italienischer Genehmigungen, die für den Transit von Waffen durch das Land erforderlich sind. Darüber hinaus widerspricht die Version des Fahrers über einen legalen Transport auf Bestellung von MBDA den Angaben, dass das von ihm eingesetzte Transportunternehmen seiner Ehefrau gehört und keine Militärgüter befördert. Vor diesem Hintergrund entschied der Richter, den Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen, und die Ermittlung muss den Ursprung des Militärguts und seinen Bestimmungsort feststellen. Aus den vorliegenden Unterlagen geht jedoch nicht hervor, dass der französische Fahrer bereits wegen illegalen Waffentransports für schuldig befunden wurde: Er wurde auf der Stufe der Klärung der Umstände des Falls festgenommen.

Was ist Akeron MP

Akeron MP ist ein französisches Panzerabwehr-Raketensystem der fünften Generation, entwickelt von MBDA. Es ist zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen und befestigten Zielen bestimmt. Das System kann auf einer Entfernung von bis zu 4–5 km eingesetzt werden. Die Rakete kann nach dem Prinzip „Feuer und vergess“ arbeiten, und es ist auch die Möglichkeit einer manuellen Flugkorrektur über einen Glasfaserkanal vorgesehen. Laut italienischen Experten befand sich genau dieser Waffentyp in drei der fünf Container, die im Hafen von Bari beschlagnahmt wurden.