Heute, am 1. Oktober 2026, ist das Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der Türkei offiziell in Kraft getreten. Dieses Dokument eröffnet neue wirtschaftliche Möglichkeiten für inländische Exporteure, die ab sofort die im Abkommen vorgesehenen Präferenzen und zollbegünstigten Bedingungen aktiv nutzen können.
Wichtige Parameter und Wirkungsmechanismus
Das Freihandelsregime erstreckt sich auf eine breite Palette von Waren der Kapitel 01 bis 97 des Harmonisierten Systems zur Bezeichnung und Codierung der Waren, vorausgesetzt, ihr ukrainischer oder türkischer Ursprung ist nachgewiesen. Je nach spezifischer Produktkategorie sehen die Zolltarife entweder eine vollständige Befreiung von den Zöllen oder die Anwendung deutlich gesenkter Sätze vor.
Asymmetrie der Einführungstermine
Ein wichtiges Merkmal des Inkrafttretens des Abkommens sind die unterschiedlichen Zeitpläne für die Einführung der Präferenzregelungen für die beiden Länder. Für ukrainische Exporte in die Türkei gelten die Vorzugsbedingungen und die Abschaffung der Zölle bereits seit dem heutigen 1. Oktober 2026. Gleichzeitig werden analoge Mechanismen zur Zollsenkung oder -abschaffung für die Einfuhr türkischer Produkte in die Ukraine offiziell erst ab dem 1. Januar 2027 angewendet.
Regeln zum Ursprungsnachweis
Um das Präferenzregime erfolgreich zu nutzen, sind die exportierenden Unternehmen verpflichtet, den Warenursprung nachzuweisen. Die wichtigsten Instrumente dafür sind die Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder eine spezielle Ursprungserklärung. Letztere kann entweder von einem ermächtigten Ausführer im Rahmen des Pan-Euro-Med-Übereinkommens erstellt oder für Warenpartien mit einem Gesamtwert von höchstens 6.000 Euro ausgestellt werden.
Hintergrund und strategische Bedeutung
Zur Erinnerung: Das historische Freihandelsabkommen wurde von der Ukraine und der Türkei bereits im Jahr 2022 unterzeichnet. Nach Abschluss aller erforderlichen innerstaatlichen Verfahren wurde das Dokument vom ukrainischen Parlament erfolgreich ratifiziert und vom Staatsoberhaupt unterzeichnet. Diplomaten und Experten zufolge soll dieses Abkommen die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten erheblich stärken und eine solide Grundlage für eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft schaffen.