Die russische Rüstungsindustrie entwickelt ihre Angriffsdrohnen weiter. Der jüngste Schritt in diesem Wettrüsten ist die Einführung der modernisierten Version des Raketen-Drohnen-Systems „Geran-4 Siker“. Die Analyse von Trümmerteilen sowie Daten von OSINT-Forschern haben kritische Änderungen in der Konstruktion des Apparats aufgedeckt, die darauf abzielen, seine Überlebensfähigkeit und die Treffgenauigkeit bei der Zielbekämpfung zu erhöhen.
Neue Optik und Nachführungssystem
Hauptunterscheidungsmerkmal der neuen Modifikation ist der überarbeitete Bugbereich. In diesen ist ein kompaktes optoelektronisches Modul integriert, das laut Analysten für die finale Zielansteuerung verantwortlich ist. Dieses System ermöglicht es der Drohne, auch im Falle eines Verbindungsabbruchs mit dem Operator in einem kritischen Moment des Angriffs – beim Sturzflug auf das Ziel – autonom zu bleiben.
Neben dem Hauptmodul wurde am Rumpf des Apparats eine zusätzliche feststehende Kamera entdeckt. Experten identifizierten diese als das chinesische Modell Dahua TiOC Dual-Lens Panoramic mit einem Blickwinkel von 180 Grad. Vermutlich dient dieses System der weiten Umgebungserfassung und der situativen Wahrnehmung. Zudem wird die Version erwogen, dass die Kamera dabei hilft, ukrainische Abfangdrohnen zu erkennen, die sich dem Ziel nähern.
Technische Daten und Triebwerke
Die „Geran-4 Siker“ weist beeindruckende taktisch-technische Daten auf. Die angegebene Reichweite beträgt bis zu 550 Kilometer, die Reisegeschwindigkeit erreicht 300 km/h. Die Kampflast des Apparats wiegt 50 Kilogramm. Der neue Rumpf ermöglicht der Drohne aktives Manövrieren bei Geschwindigkeiten von 300–400 km/h, wobei die Höchstgeschwindigkeit bis zu 500 km/h betragen kann. Die praktische Flughöhe ist auf eine Marke von 5000 Metern begrenzt.
In der Konstruktion werden zwei Arten chinesischer Turbojet-Triebwerke verwendet:
- Telefly LX-WP-160 mit einem Schub von ca. 160 kgf;
- Telefly TF-TJ2000A mit einem Schub von ca. 200 kgf (dieser Motor wird auch bei der „Geran-5“ eingesetzt).
Herausforderungen für die Luftabwehr und Gegenmaßnahmen
Die hohe Geschwindigkeit der reaktiven Modifikationen der „Geran“ stellt ukrainische Luftabwehrsysteme vor ernste Schwierigkeiten. Mobile Feuergruppen und einige Abfangdrohnen können solchen Zielen aufgrund der unzureichenden Geschwindigkeit ihrer eigenen Apparate derzeit nicht effektiv entgegenwirken.
Als Antwort auf diese Bedrohung entwickelt die ukrainische Seite neue Technologien. So wurde beispielsweise das automatisierte Abfangsystem ZIRKA vorgestellt, das speziell für den Kampf gegen hochgeschwindigkeitsfähige reaktive Drohnen des Typs „Geran-4“ entwickelt wurde.
Gefährliche Munition und Sicherheitsmaßnahmen
Neben der Modernisierung der Drohnen setzen die russischen Besatzer auch andere gefährliche Methoden ein. Es wird über den Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran berichtet, die auf Angriffsdrohnen des Typs „Geran-2“ montiert ist. Solche Elemente wurden während der Beschussaktionen in der Oblast Tschernihiw entdeckt.
In diesem Zusammenhang wird der Zivilbevölkerung dringend geraten, sich nicht den Trümmern von Kamikaze-Drohnen zu nähern. Bei der Entdeckung solcher Objekte müssen unverzüglich die Polizei, der Staatliche Dienst für Notfälle (GSChS) und Bombenentschärfer gerufen werden.