Ein Gericht hat für Valentina Molodaja, die von den Ermittlungen als eine der Hauptbeteiligten an den Unruhen in Petropawliwskaja Borschtschahiwka angesehen wird, Untersuchungshaft als U-Haft angeordnet. Dem Gerichtsbeschluss zufolge wird die Frau mindestens 60 Tage in der Untersuchungshaftanstalt verbringen. Die Möglichkeit einer Kaution hat das Gericht für sie nicht vorgesehen. Dies berichtet RBC-Ukrajina unter Berufung auf einen eigenen Korrespondenten, der im Gerichtssaal anwesend war.

Bestreitung der Schuld im Gerichtssaal

Während der Gerichtsverhandlung bestritt Valentina Molodaja ihre Schuld an der Anstiftung zu den Unruhen. Ihr Verteidigungsteam konnte vorliegenden Angaben zufolge keine Milderung der Haftmaßnahme erreichen – weder Hausarrest noch eine Ausreisesperre wurden vom Gericht in Betracht gezogen. Die Entscheidung über 60 Tage Untersuchungshaft wurde unter Berücksichtigung der Schwere der ihr zur Last gelegten Taten und der Einschätzung des Gerichts hinsichtlich der Fluchtgefahr oder der Fortsetzung rechtswidriger Aktivitäten getroffen.

Wie die Unruhen begannen

Ermittlungen zufolge begannen die Unruhen in Petropawliwskaja Borschtschahiwka, nachdem Molodaja in sozialen Netzwerken Informationen über ein angeblich in einem Wohngebäude existierendes „Folterlager“ für Soldaten verbreitet hatte, die ihre Militäreinheiten unerlaubt verlassen hatten. Sie behauptete, dass sich schwer verletzte Männer im Gebäude befänden, und forderte öffentlich Einlass. Diese Veröffentlichungen wurden den Strafverfolgungsbehörden zufolge zum Auslöser für Menschenansammlungen und die anschließenden Unruhen.

Öffentliches Image und soziale Medien

Valentyna Molodaja führt ihre Social-Media-Accounts sehr aktiv. Auf TikTok positioniert sie sich als „Investigativjournalistin“ und schreibt, es sei „im Interesse der Behörden, dass man sie nicht hört“. Auf Instagram gibt sie offenen Daten zufolge an, als plastische Chirurgin zu arbeiten. Bereits Anfang Oktober 2026 rief die Frau Ukrainer dazu auf, sich Aktionen unter dem Motto „Wir sind für den Frieden in der Ukraine“ anzuschließen. Genau diese Reihe öffentlicher Äußerungen hat nach Einschätzung der Ermittler zur Entstehung des Resonanzbodens um den Vorfall in Petropawliwskaja Borschtschahiwka beigetragen.

SBU-Version: Ein Krankenwagen als Instrument

Zum Ort des Geschehens in Petropawliwskaja Borschtschahiwka reiste Molodaja Ermittlern zufolge in einem Krankenwagen an, der zuvor der Firma „Medprestige“ gehörte, die ihren Betrieb bereits 2024 eingestellt hatte. Nach Angaben des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) sollte die Frau gegen eine Geldstrafe einen Nationalgardisten aus dem Dislozierungspunkt evakuieren. Dafür habe sie sich, so die SBU-Version, als Medizinerin ausgegeben und ein privates Fahrzeug genutzt, das als „Krankenwagen“ ausgegeben wurde. Die Strafverfolgungsbehörden weisen zudem darauf hin, dass Molodaja gezielt Falschinformationen in sozialen Medien verbreitete, um öffentliches Aufsehen und Unruhen zu provozieren.

Chronologie der Festnahme und weitere Ereignisse

Am Tag nach den Unruhen gab der Leiter des Präsidialamtes der Ukraine, Kyrylo Budanow, die Festnahme von Valentina Molodaja öffentlich bekannt. Später tauchte ihr Name auf der Website „Myrotworez“ auf, wo die Frau als „professionelle Aufwieglerin“ bezeichnet wurde. Die Ermittlungsbehörden haben ihr bereits den Verdacht mitgeteilt. Damit ist der Fall in das Stadium des gerichtlichen Verfahrens übergegangen, und die Entscheidung über 60 Tage Untersuchungshaft war der erste prozessuale Schritt nach der formalen Anklageerhebung.