Im September 2026 kehrt das Festival für zeitgenössische Kunst GOGOLFEST erstmals seit neun Jahren nach Kiew zurück. Laut Angaben der Publikation Wave (RBC-Ukraine) bereitet das Festivalteam, das in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen des Projekts feiert, ein umfangreiches Programm vor, das Theateraufführungen, Musik, Performances und Objekte der zeitgenössischen Kunst vereint. Die zentralen Ereignisse des September werden eine site-spezifische Installation auf der Allee der Helden der Himmlischen Hundertschaft, Aufführungen mit der Beteiligung aktiver Soldaten und Veteranen des russisch-ukrainischen Krieges sowie ein spezielles Show der Gruppe DakhaBrakha, das eigens für das Festival geschaffen wurde, sein.
107 Lichtblumen auf der Allee der Helden der Himmlischen Hundertschaft
Am 19. September findet auf der Allee der Helden der Himmlischen Hundertschaft das site-spezifische Ereignis „Engel der Freiheit“ statt, dessen Regisseur Wladyslaw Troizky ist. Den musikalischen Teil leitet die kanadische Dirigentin Carey-Lynn Wilson, Gründerin der Ukrainian Freedom Orchestra; an der Veranstaltung nehmen auch das Solistenensemble „Kiewskaja Khamerata“ und der Chor „Kiew“ teil. Nach dem Konzept der Autoren wird die Allee in eine großangelegte Lichtinstallation aus 107 dreimetreichen Blumen verwandelt, die der polnische Künstler Jarek Koziara schaffen wird. Jede Blumen symbolisiert die Seele eines der Helden der Himmlischen Hundertschaft — daher auch die Zahl 107.
Theater der Veteranen und Premiere der „Trojanischen Frauen“
Ein besonderer emotionaler Akzent des Programms wird der Theaterblock sein. Am 16. September zeigt das Theater der Veteranen die „Eneide“ — eine Inszenierung, in der die Rollen von aktiven Soldaten und Veteranen des russisch-ukrainischen Krieges gespielt werden, darunter Verteidiger mit schweren Verletzungen und Amputationen. Am 17. September findet die Premiere der „Trojanischen Frauen“ statt — eine ukrainische Adaption der Inszenierung des New Yorker Theaters La MaMa. In das Programm ist auch ein Sonderereignis „Durst nach Leben“ mit der Beteiligung von Schmalgauzen, Qarpa, „Kroshki“ und „Pirog i Knut“ aufgenommen, und einen separaten Teil wird die Designschule Schooll of Art x Craft präsentieren, gegründet von Lylia Lytkowska. Das Filmprogramm des Festivals wird vom Team des „Zeitgenössischen Ukrainischen Films“ vorbereitet.
DakhaBrakha und der Kunst-Squatter im Oktoberpalast
Die Gruppe DakhaBrakha wird das Show „Kreis des Lebens“ präsentieren, das eigens für GOGOLFEST geschaffen wurde; die Performance findet auf einer vertikalen Bühne statt. Laut Berichten von Wave wird eine der zentralen Locations im September der MZKM — der ehemalige Schtschutowoi (Oktober)palast sein, der nach dem jüngsten Raketenbeschuss mit zerbrochenem Glas zugeschüttet wurde. 50 ukrainische Künstler werden das verlassene Gebäude „besiedeln“ und es in einen großangelegten Kunst-Squatter verwandeln: Die Teilnehmer werden mit dem Innenhof und anderen Locations arbeiten und Objekte der zeitgenössischen Kunst schaffen.
Widersprüchliche Daten
In den Veröffentlichungen gibt es bezüglich der Hauptlocations des Festivals eine Abweichung. Im Material von Wave (RBC-Ukraine) wird der MZKM — der ehemalige Oktoberpalast, wo die Künstler einen Squatter einrichten — als zentrale Location genannt. Gleichzeitig berichtet die Publikation delo.ua, dass „Gogolfest“, das eine Absage des Künsterlichen Arsenals erhalten hat, auf dem Dowschenko-Filmstudio stattfinden wird. Somit werden in offenen Quellen mindestens zwei verschiedene Locations (Oktoberpalast und Dowschenko-Filmstudio) genannt, und auch eine Absage seitens des Künsterlichen Arsenals wird erwähnt. Die genaue endgültige Karte der Locations für September 2026 empfiehlt die Redaktion von XAB.info in den offiziellen Ankündigungen des Festivals zu klären.
Geschichte des Projekts
GOGOLFEST wurde 2007 von Wladyslaw Troizky in Kiew gegründet. 2019 wurde das Festival laut EFFE Awards in die Top fünf der besten Festivals Europas aufgenommen. Die Rückkehr in die Hauptstadt nach einer neunjährigen Unterbrechung fällt mit dem Jubiläumsprogramm des Projekts zusammen, was September 2026 zu einer der am dichtesten besetzten Saisons im kulturellen Kalender Kiews macht.