In der Android-Ökosystem wurde eine schwerwiegende Sicherheitslücke entdeckt, die die neueste Version des Betriebssystems, Android 16, betrifft. Das Problem betrifft die Integration der KI Gemini, die, wie sich herausstellte, von Angreifern genutzt werden kann, um die Bildschirmsperre zu umgehen und Nachrichten im Namen des Gerätebesitzers zu senden, selbst ohne Kenntnis des PIN-Codes.

Wie der Umgehung der Bildschirmsperre funktioniert

Der Kern der Schwachstelle liegt in der spezifischen Interaktion der Benutzeroberfläche mit dem KI-Assistenten. Wenn ein Angreifer physischen Zugriff auf ein gesperrtes Smartphone erhält, kann er Gemini direkt auf dem Sperrbildschirm mit einer speziellen multisensorischen Gestenbefehlsfolge aktivieren. Dies ermöglicht den Zugriff auf Funktionen, die eigentlich geschützt sein sollten, wie Telefonie, das Senden von SMS und Messenger-Dienste, einschließlich WhatsApp.

Besonders gefährlich ist das Szenario, in dem ein Benutzer versucht, die Berechtigungen von Gemini einzuschränken, indem er den Zugriff auf bestimmte Apps, wie z. B. „Google Nachrichten', blockiert. Versucht man, eine SMS über den Chatbot zu senden, schlägt das System korrekt vor, die App zu öffnen und den PIN-Code einzugeben. Hier liegt jedoch ein logischer Fehler: Wenn man im Gemini-Interface gleichzeitig auf die Schaltfläche „Weiter' und auf „Anhang hinzufügen' klickt, wird die Nachricht gesendet, wobei die Anforderung zur Eingabe des Passworts vollständig ignoriert wird.

Zugriff auf WhatsApp und andere Dienste

Der Umgehungsmechanismus beschränkt sich nicht nur auf SMS. Ein Angreifer kann Zugriff auf andere Anwendungen erhalten, auf die der KI-Assistent keinen Zugriff haben sollte, indem er spezifische Abfragen verwendet. Um beispielsweise WhatsApp zu öffnen, reicht es aus, im Gemini-Feld den Befehl „@WhatsApp' einzugeben. In diesem Fall überspringt das System ebenfalls den Schritt zur Eingabe des PIN-Codes und gewährt vollen Zugriff auf die Chats.

Umfang des Problems und Reaktion von Google

Google hat das Vorhandensein dieses Fehlers bereits bestätigt und versprochen, ein Update in diesem Rahmen herauszubringen, das in dieser Woche erscheinen wird. Das Unternehmen präzisierte, dass diese Umgehung der Bildschirmsperre auf Pixel-Geräten nicht funktioniert. Es gab auch Berichte, dass der Fehler auf Samsung-Smartphones nicht reproduzierbar ist, jedoch wird die vollständige Liste der Hersteller, deren Produkte von dieser Schwachstelle betroffen sind, nicht offengelegt.

Experten stellen fest, dass für die Durchführung eines Angriffs physischer Zugriff auf das Gerät erforderlich ist, was in realen Szenarien schwierig sein kann. Dennoch stellt die Möglichkeit, Nachrichten im Namen des Opfers unter Verwendung dessen Telefonnummer zu senden, eine reale Bedrohung dar, die nicht unterschätzt werden sollte.