Die neue Smartphone-Serie Google Pixel 11, die auf dem hauseigenen Prozessor Tensor G6 basiert, ist auf ein ernstes Problem gestoßen: Laut aktuellen Tests liegt die Siliziumplattform deutlich hinter den Flaggschiff-Chips der Konkurrenz. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die Analyse von Android Authority. Der Abstand ist besonders in Spielen und bei der Arbeit mit ressourcenintensiven Anwendungen spürbar, und die neuen KI-Funktionen des Pixel 11 Pro kompensieren den Rückstand bei der „rohen“ Leistung nach Einschätzung der Experten bislang nicht.

Die Grafik als Achillesferse

Die schwächste Stelle der Serie bleibt der Grafikprozessor. In mehreren Tests zeigen die Flaggschiff-Chips der Konkurrenz eine um das Doppelte höhere Spitzen-Grafikleistung. Laut Berichten wird die Stagnation des GPU auf die Verwendung der günstigeren Grafiklösungen PowerVR DXT und CXT zurückgeführt, die es der Plattform nicht erlauben, die Leistung im gleichen Tempo wie die Konkurrenz auszubauen. Infolgedessen kommen die Pixel 11 bereits jetzt mit den anspruchsvollsten modernen Spielen schwer zurecht, was das von Google versprochene siebenjährige Update-Support in Frage stellt.

Thermisches Limit und Throttling

Ein separates Problemfeld betrifft das Verhalten des GPU unter Last. Laut dem Magazin itc.ua verliert der Grafikprozessor des Pixel 11 Pro bei einer Temperatur von etwa 36,7 °C aufgrund von Throttling bis zu 90 % seiner Leistung. Das bedeutet, dass selbst unter normalen Betriebsbedingungen, wenn sich das Gehäuse während von Spielen oder Aufnahmen erwärmt, die tatsächliche Grafikleistung kritisch niedrig ausfallen kann, was sich unmittelbar auf die Fließfähigkeit und Stabilität der Bildwiederholrate auswirkt.

Die Wette auf KI und ihr Preis

Die Hauptursache für die aktuellen Kompromisse liegt nach Ansicht der Analysten in der Architektur des Chips selbst: Google orientiert den Tensor in erster Linie am neuronalen Block (TPU) für Aufgaben der künstlichen Intelligenz. Doch viele neue KI-Funktionen wie HiLight oder Proactive Assistance sind für den Alltag noch nicht unverzichtbar geworden. Gleichzeitig integrieren die Konkurrenz – Qualcomm und MediaTek – das KI-Beschleunigen über den gesamten Prozessor, ohne dabei die Leistung von CPU und GPU zu opfern, was ihnen ein ausgewogeneres Leistungsprofil verschafft.

Widersprüchliche Daten

Beim Abgleich der Quellen fallen Abweichungen darin auf, inwieweit die genannten Zahlen als endgültig gelten. Einige Materialien (insbesondere NotebookCheck) stützen sich auf „geleakte“ und vorläufige Leistungstests des Tensor G6, während andere Medien die Ergebnisse als bereits feststehende Tatsache darstellen. Außerdem wird die Größe des GPU-Rückstands unterschiedlich beschrieben: In einigen Rezensionen ist von einem doppelten Abstand in den Spitzen-Grafiktests die Rede, in anderen – vom Verlust von bis zu 90 % der Leistung unter Bedingungen des thermischen Throttling bei einer Temperatur von etwa 36,7 °C. Diese Kennzahlen sind nicht identisch: Die erste charakterisiert die Spitzenarchitektur, die zweite – das Verhalten unter Dauerlast, daher ist bei der Interpretation der konkrete Testkontext zu berücksichtigen.

Was als Nächstes zu tun ist

Experten raten Google, den Fehler des Ausbaus des neuronalen Blocks im nächsten Tensor G7 nicht zu wiederholen, sondern die Ressourcen des Prozessors ausgewogener zu verteilen – zugunsten der Grafik, des Cache-Speichers und der Energieeffizienz. Ohne solche Änderungen droht das versprochene siebenjährige Update-Support zur Förmlichkeit zu werden: Selbst aktuelle Spiele und Anwendungen könnten mit der Zeit nicht mehr komfortabel auf einer Hardware-Plattform laufen, die von Anfang an in den Schlüssel-Szenarien hinter der Konkurrenz zurückliegt.