Im US-Kongress besteht weiterhin eine stabile parteiübergreifende Unterstützung für den Sanktionsgesetzentwurf, an dessen Ausarbeitung unter anderem der republikanische Senator Lindsey Graham beteiligt war. Dies erklärte der Sonderbeauftragte des ukrainischen Präsidenten für Sanktionspolitik, Wladyslaw Wlasyk, in einem TV-Marathon und betonte, dass das Dokument bereits die Zustimmung des Senats erhalten und an das Repräsentantenhaus zur Beratung weitergeleitet wurde. Seinen Worten zufolge beabsichtigt die ukrainische Seite, die Rückkehr des Repräsentantenhauses zur Arbeit in der kommenden Woche zu nutzen, um die Gespräche mit den US-Gesetzgebern zu intensivieren und die Annahme des Dokuments persönlich voranzutreiben.
Parteiübergreifende Unterstützung und die Rolle des Repräsentantenhauses
Wlasyk hob hervor, dass im US-Kongress nach wie vor eine erhebliche parteiübergreifende Unterstützung für eine stärkere Druckausübung auf Russland bestehe, die endgültigen Abstimmungstermine jedoch vom weiteren Verlauf der parlamentarischen Behandlung des Dokuments in den USA abhängten. Der Sonderbeauftragte teilte mit, dass er in den USA an der Unterstützung des Gesetzentwurfs arbeiten und die Gesetzgeber von der Notwendigkeit seiner Annahme überzeugen wolle. „Unser Interesse gilt dem Instrumentarium, das für den Druck auf Russland und zugleich auf Iran zur Verfügung stehen wird. Wir werden die Kongressabgeordneten davon überzeugen, dass dies wirklich für die Ukraine und für den Sieg der Ukraine nötig ist“, erklärte er. Ein Verbündeter von Lindsey Graham wies insbesondere darauf hin, dass das Sanktionsgesetz gegen Russland bereits im September verabschiedet werden könnte.
Was der Gesetzentwurf vorsieht
Wie erinnert werden soll, billigte der US-Senat am 7. August den Gesetzentwurf zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und Iran mit 86 Stimmen. Das Dokument sieht Sanktionen gegen die russische Führung, Banken, den Energiesektor, Oligarchen und die sogenannte „Schattenflotte“ vor. Darüber hinaus eröffnet es die Möglichkeit, hohe Zölle gegen Staaten einzuführen, die weiterhin russische Energieträger kaufen. Der Gesetzentwurf verbindet somit direkte Beschränkungen gegen russische Strukturen mit wirtschaftlichem Druck auf Drittstaaten, die Handelsbeziehungen zu Moskau aufrechterhalten.
Widersprüchliche Angaben
Beim Abgleich der Quellen zeigen sich Unterschiede in der Chronologie und in der Formulierung. Einige Veröffentlichungen (insbesondere Beiträge aus der Mitte Juli) beschreiben den Gesetzentwurf als Initiative, die die Senatoren „vorschlagen“ zu verabschieden, während ukrainische Quellen bereits eine am 7. August stattgefundene Abstimmung im Senat mit 86 Stimmen „dafür“ festhalten. Diese Versionen widersprechen sich im Wesentlichen nicht, sondern spiegeln verschiedene Stadien der Behandlung des Dokuments wider: zunächst Vorschlag und Debatte, dann Abstimmung im Senat. Gleichzeitig bleiben die Fristen für die Annahme im Repräsentantenhaus unbestimmt: September wird als erwarteter, aber nicht bestätigter Termin genannt, und das endgültige Abstimmungsdatum hängt von der Tagesordnung und dem Verlauf des Dokuments im unteren Haus ab.
Bedeutung für die Ukraine und Vergleich mit den EU-Sanktionen
Für die Ukraine könnte die Annahme des Dokuments zu einem zusätzlichen Druckmittel gegen Russland werden, sofern es die erforderliche Unterstützung der US-Gesetzgeber erhält. In der ukrainischen Führung wird die Auffassung vertreten, dass die in Washington vorbereiteten Beschränkungen deutlich strenger ausfallen könnten als die geltenden Sanktionen der Europäischen Union. Der Gesetzentwurf, der mit dem Namen des verstorbenen Senators Graham verbunden ist, wird damit als „Gedenkgesetz“ positioniert, das die Verschärfung des Sanktionsregimes gegen Russland und Iran auf der Ebene des US-Rechts verankern soll.