Am 13. Juli aktualisierte Großbritannien seine Sanktionslisten und nahm neue russische Staatsbürger auf. Hauptziel war das Netzwerk der Internetressourcen „Rybar“ sowie eine Reihe von Personen, die des Verdachts bezichtigt werden, Cyberangriffe auf britische Einrichtungen organisiert zu haben. London behauptet, diese Maßnahmen seien darauf ausgerichtet, politischen Einmischungen und hybriden Bedrohungen entgegenzuwirken.
Sanktionen gegen das Medienprojekt „Rybar“
In die aktualisierte Liste wurden 10 Bürger aufgenommen, die mit dem Projekt „Rybar“ in Verbindung stehen. Dies ist ein Netzwerk aus Telegram-Kanälen und anderen Ressourcen, das sich als analytisches Projekt positioniert. Laut britischen Behörden berichtet die Ressource über Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie über die Innenpolitik westlicher Länder aus pro-russischer Perspektive.
Zuvor hatten Ermittlungen ergeben, dass das Projekt von Jewgeni Prigoschin, dem Leiter der privaten Militärfirma „Wagner“, finanziert wurde. Später, wie das US-Außenministerium erklärte, änderten sich die Finanzierungsquellen, und das Projekt begann, Mittel von der Staatskonzerne „Rostech“ zu erhalten.
In die Sanktionsliste wurden folgende Personen aufgenommen, die laut London führende Positionen bei „Rybar“ innehaben:
- Tatjana Kosterowa
- Olga Kuznezowa
- Natalja Tschebotaewa
- Maxim Matwejew
- Jewgenija Grebnjewa
- Dalja Rosljakowa
- Alexander Kan
- Waleria Swintschuk
- Denis Wulf
Separat wurde Alexander Minin, der Leiter des mit „Rybar“ verbundenen Projekts TEXASvsUSA, in die Liste aufgenommen.
Der Gründer von „Rybar“, Michail Swintschuk, erklärte in einem Kommentar an RTVI, dass drei der in die Listen aufgenommenen Personen nichts mehr mit dem Projekt zu tun hätten, und eine weitere Person, so seine Aussage, nie mit ihm zusammengearbeitet habe. Die Namen konkreter Mitarbeiter nannte er nicht. Es ist erwähnenswert, dass Michail Swintschuk selbst bereits zuvor in die Sanktionslisten Großbritanniens und der EU aufgenommen wurde.
Millionen Dollar für Informationen
Der Druck auf die Teilnehmer des Projekts seitens der westlichen Länder hatte sich zuvor bereits verstärkt. Im Jahr 2024 erschien auf der Website des Programms des US-Außenministeriums „Belohnung für Gerechtigkeit“ (Rewards for Justice) eine Bekanntmachung über eine Belohnung von bis zu 10 Millionen US-Dollar für Informationen, die zur Identifizierung oder Lokalisierung von Personen führen, die mit „Rybar“ in Verbindung stehen. In der Liste der Verdächtigen, die in der amerikanischen Bekanntmachung erwähnt wurden, waren Alexander Kan, Tatjana Kosterowa, Olga Kuznezowa, Maxim Matwejew, Alexander Minin und Waleria Swintschuk aufgeführt.
Neue Sanktionen gegen die GRU und Cyberkriminelle
Neben Medienaktivisten nahm Großbritannien am 13. Juli 14 Personen in die Sanktionsliste auf, die des Verdachts bezichtigt werden, an Cyberangriffen beteiligt zu sein. Darunter befinden sich, wie behauptet wird, hochrangige Mitarbeiter des russischen militärischen Geheimdienstes (GRU): Wjatscheslaw Stafejew, Iwan Senin und Iwan Kassjanenko.
Sämtliche werden der Organisation sogenannter hybrider Angriffe gegen Großbritannien beschuldigt. Insbesondere wurden Personen in die Liste aufgenommen, die mutmaßlich an der Nutzung der Schadsoftware Lumma Stealer beteiligt sind, die zum Diebstahl vertraulicher Daten verwendet wird.