Großbritannien hat eine harte Haltung gegenüber den Drohungen des Irans eingenommen und seine Bereitschaft bekräftigt, auf jede Aggression gegen sich oder seine Verbündeten zu reagieren. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting forderte dazu auf, dem 'Rüstungsschau' von Teheran keine besondere Bedeutung beizumessen und betonte, dass London vollständig bereit sei, seine Interessen in der Region zu verteidigen.

Die Position Londons: Verteidigung ohne Offensive

„Wir sind bereit, auf jeden Angriff zu reagieren, den der Iran gegen dieses Land oder unsere Verbündeten durchführen möchte, und wir werden dies weiterhin tun', erklärte Streeting in einem von BBC übertragenen Interview. Gleichzeitig bestätigte er, dass Großbritannien nicht an offensiven militärischen Aktionen der USA gegen den Iran teilnimmt oder dies plant. Allerdings haben sich die Parteien in der Frage der Gewährleistung der Freiheit der zivilen Schifffahrt im Ormus-Sund – einer entscheidenden Arterie des weltweiten Handels mit Energieträgern – vollständig geeinigt.

Marine-Mission und Koordination mit den USA

Nächste Woche wird Streeting ein Treffen mit dem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth führen, um koordinierte Maßnahmen zu besprechen. Großbritannien hat seine Bereitschaft bekundet, eine Marine-Mission zur Entminung des Ormus-Sunds zu leiten, sobald günstige Bedingungen geschaffen sind. Die Sicherheit dieser Route ist von entscheidender Bedeutung für die weltweiten Öl- und Gaspreise sowie für die Lebenshaltungskosten in vielen Ländern.

Russischer Vorfall in der Ärmelkanal

Der Leiter des britischen Verteidigungsressorts kommentierte auch die jüngsten Schießübungen eines russischen Kriegsschiffs im Ärmelkanal und nannte sie „demonstrativ, unverantwortlich und unprofessionell'. Nach seinen Worten ist dieser Vorfall eine weitere Erinnerung an die Bedrohung durch Russland, der die britischen Streitkräfte täglich begegnen.

Diplomatie und Pause bei den Angriffen

Gleichzeitig laufen diplomatische Bemühungen zur Stabilisierung der Lage in der Region. Medienberichten zufolge könnten Iran und Oman einen Plan zur Wiedereröffnung des Ormus-Sunds für die Wiederaufnahme der sicheren zivilen Schifffahrt vereinbaren. Zuvor hatte der US-Präsident Donald Trump nach 13 Tagen von Angriffen auf iranischem Gebiet den Befehl zum Abbruch der Angriffe erteilt. Washington hat die Pause nun zum zweiten Mal in Folge fortgesetzt, obwohl es bisher keine offiziellen Kommentare zu den Gründen für das Beenden der Angriffe gab. Die Spannungen in der Region bleiben aufgrund der Aktivitäten der Huthi bestehen.