In der Nacht vom 19. auf den 20. August führten Operatoren des Hauptnachrichtendienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums (GUR) gemeinsam mit anderen Komponenten der Sicherheits- und Verteidigungskräfte eine weitere Deep-Strike-Operation tief auf russischem Territorium und in vorübergehend besetzten Gebieten durch. Laut nachrichtendienstlichen Angaben wurden Lager- und Startplätze für Angriffsdrohnen auf zwei Flugplätzen getroffen – im vorübergehend besetzten Donezk und in der russischen Stadt Primorsko-Achtarsk. Von diesen Standpunkten hätten russische Streitkräfte, wie das GUR behauptet, systematisch Drohnenangriffe auf zivile Objekte in der Ukraine durchgeführt.

Schädigung von Startkomplexen und Radaranlagen

Als Ergebnis der Angriffe auf die Flugplätze wurden, so die Behörde, Bodenelemente der Komplexe und Startvorrichtungen für Drohnen beschädigt; an den Einschlagorten brachen Brände aus. Besonderes Augenmerk legte der Bericht auf Primorsko-Achtarsk: Dort verfolgten und zerstörten die Operatoren zwei hochmoderne Radaranlagen – das 55Zh6U «Nebou-U» und das 55Zh6UM «Niobium». Die Vernichtung solcher Radaranlagen schwächt nach Logik des Nachrichtendienstes die Fähigkeit der russischen Luftverteidigung, Luftziele beim Heranfliegen zu erkennen und zu verfolgen.

Angriff auf den Kraftstoffobjekt «Tamanneftegaz»

In derselben Nacht zerstörten die Spezialisten des GUR gemeinsam mit anderen Kräften den Seehafen-Terminal «Tamanneftegaz» in der Region Krasnodar, der laut Behörde die russische Besatzungsarmee mit Treibstoff versorgt. Es wird von Schäden am Tanklager und an Elementen der Hauptleitungen berichtet, was zu einem Großbrand auf dem Gelände führte. Auf Abbildungen solcher Objekte sind charakteristische Tanks mit der Kennzeichnung «ОГНЕОПАСНО» (Feuergefährlich) zu sehen, was das hohe Risiko von Ausfällen und Sekundärbränden bei Beschuss solcher Lager unterstreicht.

Systemische Strategie langreichweitiger Angriffe

Das GUR betont, dass die Verteidigungskräfte systematisch langreichweitige Angriffe auf militärische und Kraftstoffobjekte im Inneren Russlands verstärken. Laut den von der Behörde angegebenen Daten wurden allein im ersten Halbjahr 2026 mit Deep-Strike-Mitteln 697 Ziele in Russland getroffen, und rekordverdächtige 43 % der Kapazitäten russischer Raffinerien wurden außer Gefecht gesetzt. Besonders hervorgehoben wird, dass die Angriffe den Betrieb mehrerer Schwarzmeerhäfen, über die Russland Öl und Getreide exportiert, praktisch gelähmt haben.

Kontext und Einschätzung

Die vorliegenden Informationen sind ein offizieller Bericht des ukrainischen Nachrichtendienstes; eine unabhängige Bestätigung seitens der russischen Behörden zu den konkreten Objekten in der Nacht vom 19. auf den 20. August wird in offenen Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht angegeben. Dennoch entspricht die Linie der Angriffe auf Flugplätze, Radaranlagen und Kraftstoffinfrastruktur der zuvor festgestellten Dynamik: Die Ukraine zielt konsequent auf die Logistik, die Luftverteidigung und die energetische Basis des Gegners ab, um gleichzeitig sein Angriffspotenzial und seine Exportmöglichkeiten zu verringern.